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Artikel der Kategorie April, 2012

Die D-Mark

April 24, 2012 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland leben Noch keine Kommentare →

Währungsfragen: “DM“ – die Deutschmark

Eurorettungsfonds und die Stabilisierung der Märkte sind als Stichworte in aller Munde. Als vor weit über 10 Jahren  der Euro die Deutschmark als Währung in Deutschland ablöste, hätte sich die Mehrheit der Deutschen nichts Schöneres vorstellen können, als ihre gute alte Währung zu behalten. Weniger aus fiskalpolitischen denn aus romantischen Gründen. Denn irgendwie haben wir alle an ihr gehangen. Für die Älteren hatte sie Bedeutung als Sinnbild des Wirtschaftswunders in Deutschland und auch für die Jüngeren war es beim Reisen in ferne Länder immer herrlich, die DM in die jeweilige Landeswährung umzutauschen.  Für die so genannten Ostdeutschen (weniger förmlich: „Ossis“) schaffte die Westmark über viele Jahrzehnte Privilegien. Die so genannten Westdeutschen („Wessis“) waren stolz auf ihre DM. Gerade auf Urlaubsreisen war man schließlich wer, die DM symbolisierte auch im Ausland deutsche Wertarbeit.

Zahlungsmittel oder Identifikationsobjekt?

Natürlich erfüllt der Euro den gleichen Zweck wie die Deutschmark. Aber die Identifikationsintensität ist eine völlig andere.  Liebevoll nannten wir die 5-DM-Stücke „Heiermann“ und 1-Pfenning-Münzen wurden jahrelang gesammelt, in Papier gerollt und auf das erste eigene Sparbuch eingezahlt. Die alte Währung schlummert noch in unbekannter Summe in deutschen Haushalten, Scheine und Münzen werden wie Heiligtümer verwahrt und als Andenken geehrt.

Was wäre wenn…..?

Würden wir im unwahrscheinlichen Fall einer Rückkehr zur Deutschmark den Euro genauso vermissen? Etwa die 10- und 20-Cent Münzen, die wir im Portemonnaie immer noch nicht auseinanderhalten können, heimlich behalten? Vermutlich würden wir erneut bei Umrechnungen jahrelang zwei Werte miteinander vergleichen und höchst erschrocken sein darüber, wie hoch die zu zahlenden Summen auf einmal wären. Aber das wird ja nicht passieren.

Deutschland – Paradies für Autofahrer?

April 05, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland leben Noch keine Kommentare →

Auf den ersten Blick erstrahlt Deutschland als das Autoland schlechthin: Volkswagen, BMW, Mercedes, Porsche, Audi – die Augen beginnen zu leuchten. Da liegt es nah, dass gerade in Deutschland viel Wert auf ein gut funktionierendes Straßennetz gelegt wird. Es ist nicht zuviel behauptet, dass die deutschen Straßen mit zu den qualitativ besten weltweit zählen. Was Deutschland aber fast einzigartig macht: auf den Autobahnen gibt es keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung. Auf immer noch weiten Strecken ruft die Freiheit, die unter der Haube befindlichen PS hemmungslos auszufahren.

Hohes Verkehrsaufkommen bedeutet Stress

Doch keine Freiheit ohne Folgen. Gleichzeitig besitzt statistisch gesehen jeder zweite Deutsche – Kinder mit eingerechnet  – ein Auto. Staus gehören mittlerweile zum gängigen Straßenbild. Entspannung ist nicht in Sicht. Das macht auf Autobahnen die Lust auf Schnelligkeit mitunter zum Frust. Erhöhtes Tempo sorgt darüber hinaus für Gefahr. Kommt man aus Nachbarländern wie den Niederlanden oder Frankreich nach Deutschland, spürt man deutlich Hektik und Drängeln auf den Autobahnen. Höhere Vorsicht ist geboten, erhöhter Fahrspaß also? Für manchen eher erhöhter Fahrstress.

Wen man unterwegs treffen kann

Typische Klischees sollen nicht unerwähnt bleiben: den Familienvater mit Kombi und „Baby an Bord“-Aufkleber und passiv-verhaltener Fahrweise trifft man ebenso wie den autoverliebten „Schrauber“ mit tiefer gelegtem Wagen und Techno-Bässen. Verfolgt wird letzterer auf der linken Spur mit Lichthupe (Verboten!) vom gesettelten Fahrer mit gr0ßem Audi oder Mercedes. Dem ist es nämlich unverständlich, wie diese Jungspunde „seine“ linke Spur besetzen können. Kopfschüttelnd verfolgt dieses Gerase die Fahranfängerin im älteren Gebrauchtwagen japanischer Herkunft, die sich endlich ein Herz fasst, den vor ihr befindlichen LKW zu überholen. Täglich ist viel los auf Deutschlands Straßen. Paradies geht anders!