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Artikel der Kategorie Juli, 2011

Formalitäten für das Leben und Arbeiten in Deutschland – eine Kurzübersicht

Juli 29, 2011 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland leben Noch keine Kommentare →

Der Anfang                                                                                                                                 

Leider liegt ein besonders unerfreulicher Part des „Abenteuers Deutschland“ direkt am Anfang: die Beschaffung von Papieren und Erledigung der Formalitäten. Wenn Sie es irgendwie hinbekommen können, verhandeln Sie mit Ihrem Arbeitgeber, dass er Ihnen eine Relocation-Agentur bezahlt. Das erleichtert vieles und erspart Ihnen viel Lauferei.

Natürlich geht es auch ohne die Hilfe Ihres Chefs. Wichtig ist auch hier die gute Vorbereitung, denn manches müssen Sie schon vor der Einreise nach Deutschland besorgt haben.

 

Eines der verbreitetesten Vorurteile über Deutschland ist ja, dass es hier bürokratisch zugeht. Richtig. Das kann man mögen oder auch nicht, es ist leider so. Und zu einer vernünftigen Bürokratie gehören jede Menge Formulare. Es ist also besser, sich schon frühzeitig damit abzufinden, dass Sie viel schreiben und manchmal lange in endlosen Fluren warten werden, bevor Sie alles beisammen haben. Das tun wir aber nicht, um Sie zu ärgern, sondern, damit alles seine Ordnung hat… Ein weiteres Vorurteil werden Sie an manchen Stellen bestätigt finden: es gibt noch Entwicklungspotential, was Freundlichkeit und Serviceorientierung in deutschen Ämtern betrifft. Aber geben Sie bitte nicht auf, wir arbeiten daran.

 

Wer braucht was?

Je nachdem, welches Ihr Heimatland ist, sind unterschiedliche Formalitäten zu erfüllen                  

    1. Visum: Für die Einreise nach Deutschland brauchen EU-Bürger und einige andere Nationalitäten kein Visum. Wenn Sie ein Visum benötigen, müssen Sie dieses bereits in Ihrem Heimatland beantragen (Visa werden grundsätzlich nicht in Deutschland ausgestellt). Mehr dazu unter http://www.auswaertiges-amt.de/
    2. Anmeldung: Ihr lokales Einwohnermeldeamt erwartet Sie innerhalb einer Woche nach Ihrer Ankunft zur Anmeldung Ihres neuen Wohnsitzes/Adresse. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.meinestadt.de/
    3. Aufenthaltgenehmigungen: Möchten Sie länger als 3 Monate in Deutschland bleiben, benötigen Sie eine Aufenthaltsgenehmigung (auch als EU-Bürger). Nach Ihrer Anmeldung beim Einwohnermeldeamt beantragen Sie Ihre Aufenthaltsgenehmigung beim zuständigen Ausländeramt. Weitere Fragen beantwortet z.B. dieser link: http://www.duesseldorf.de/auslaenderamt/index.shtml
    4. Arbeitsgenehmigung: Mit Ihrer Aufenthaltsgenehmigung können Sie eine Arbeitsgenehmigung bei der Agentur für Arbeit beantragen: http://www.arbeitsagentur.de/nn_8942/Dienststellen/RD-N/Kiel/AA/01-AA-Seiten-nach-Navigation/02-Unternehmen/AGS/A-AGS-39-Arbeitsgenehmigung.html        EU-Bürger benötigen keine Arbeitsgenehmigung.

    Vor dem Start nach Deutschland sollten Sie überprüfen, ob Sie folgende Papiere benötigen und sich ggf. direkt noch in Ihrem Heimatland besorgen:
  • gültiger Reisepass für die gesamte Aufenthaltszeit in Deutschland
  • Bescheinigung Ihrer Universität oder eine Kopie Ihrer Bewerbung bei der Universität Ihrer Wahl
  • Nachweise Ihrer finanziellen Mittel zur Deckung der Lebenshaltungskosten in Deutschland
  • Visum (kein Touristenvisum)
  • Originale und beglaubigte Übersetzungen Ihrer Geburtsurkunde, Ihres Schulabschlusses und weiterer akademischer Qualifikationen. Beglaubigungen bekommen Sie bei den deutschen Botschaften oder Konsulaten
  • Bestätigung Ihrer Krankenversicherung. Für Studenten der EU, europäische Krankenversicherungskarte
  • Impfausweis (falls Sie einen solchen besitzen). Erkundigen Sie sich sicherheitshalber bei der deutschen Botschaft oder einem Konsulat, ob Sie für die Einreise nach Deutschland bestimmte Impfungen benötigen
  • Internationalen Führerschein, falls Sie in Deutschland Autofahren möchten (EU-Bürger benötigen ihn nicht)

Als wäre dies alles nicht abschreckend genug, kommt es leider auch häufig vor, dass sich die Bestimmungen zur Einreise und zum Aufenthalt in Deutschland verändern. Bitte erkundigen Sie sich in jedem Fall vor Ihrer Abreise bei den deutschen Botschaften, Konsulaten, Ausländerämtern und dem deutschen Außenministerium      (http://www.auswaertiges-amt.de/). Auch hier benötigen Sie unter Umständen Geduld, denn die Fülle der Anfragen ist groß und die Reaktionsgeschwindigkeit hält oft nicht Schritt. Bleiben Sie ruhig und gelassen am Ball!

Telefonieren in Deutschland

Juli 25, 2011 Von: Theda Eilers Kategorie: In Deutschland leben Kommentare deaktiviert für Telefonieren in Deutschland

Telefonieren in Deutschland? Hier erfahren Sie, wie es am besten geht.

Mittlerweile gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Mobilfunkanbietern. Ein Mobiltelefon zu besitzen, gehört für die meisten Menschen zur Alltagsnormalität. Sie erleichtern sich hierdurch vieles, gerade wenn Sie häufig unterwegs sind oder in der Anfangszeit viel zu organisieren haben. Ob es die Spedition mit der Möbellieferung, der Makler oder der Autohändler ist, mit dem so genannten Handy sind Sie gut beraten. Immer häufiger ersetzt das Handy auch das Haustelefon/den Festnetzanschluss.

Neben dem Telefonieren via Mobiltelefon hat auch der SMS-Verkehr in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Innerhalb von Sekunden lassen sich eine Verabredung abzusagen oder der Mitbewohner fragen, ob man für ihn im Supermarkt lieber fettarme oder Vollmilch kaufen soll. Allerdings sind SMS auch in der Geschäftswelt nicht mehr allzu ungewöhnlich.

Für Vieltelefonierer, oder Menschen, die viele SMS verschicken, bieten die Provider Verträge mit besonderen Tarifen oder speziellen Flatrates an. Generell sollte man sich aber unbedingt, bevor man den Vertrag unterzeichnet, über die Kündigungsfristen des Vertrages informieren, und sich die Daten idealerweise im Kalender markieren. In der Kundenwerbung und beim Vertragsabschluss zeigen sich die Telefonabieter nämlich immer sehr kundenorientiert und bemüht, nach Vertragsabschluss setzt diesbezüglich häufig eine Amnäsie ein. Bei Unzufriedenheit mit Leistungen oder Tarifen hilft häufig erst einmal die Kündigung des Vertrages. Erstaunlicherweise setzt dann mitunter die anfängliche Kundenfreundlichkeit wieder ein, um einen abtrünnig werdenden Kunden wieder zurück zu gewinnen.

Gefahren eines Vertrages, zum Beispiel schnell den Überblick über Gebühren zu verlieren, umschifft man am besten mit einer Prepaid-Karte, die man an Tankstellen oder Kiosken einfach aufladen kann.

Da ein Anruf bei der Auskunft in Deutschland ziemlich teuer ist, empfiehlt es sich,  die gewünschte Nummer im Internet, z.B.  unter http://www.dasoertliche.de/ , herauszufinden. Dies ist eine kostenlose Alternative zum zeit- und kostenaufwendigen Anruf bei der Auskunft. Außerdem gibt es für Smartphones die Möglichkeit, sich eine Telefonbuch-App runterzuladen, mit deren Hilfe man einfach und schnell die gesuchte Nummer finden kann.

Für Anrufe ins Ausland ist es sinnvoll, das Internet zu  nutzen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, z.B. den Telefondienst der Software Skype. Nach einer kostenlosen Anmeldung bei dem Instant Messaging Anbieter, hat man die Möglichkeit, sowohl von Computer zu Computer, als auch von Computer zu Festnetz oder Handy zu telefonieren. Letzteres ist allerdings kostenpflichtig.

Für ein Telefonat über Skype wird nur ein Headset oder ein Handy mit der Skype-Applikation benötigt. Je nach Lust und Laune hat man außerdem die Möglichkeit, die Videofunktion zu nutzen und seinen Telefonpartner über eine Webkamera zu sehen. Immer häufiger wird Skype auch für Telefonkonferenzen genutzt. Jedoch kann es zu Tonstörungen führen, wenn der Computer überlastet ist. Dennoch nimmt man für den fehlenden Kostenaufwand wahrscheinlich gerne ein gelegentliches Rauschen in Kauf.

Natürlich gibt es auch einige Mobilfunkanbieter, die spezielle Tarife für die Anrufe ins Ausland anbieten. Dafür sollte man sich am Besten direkt in den verschiedenen Shops informieren und die Angebote vergleichen. Tarifvergleiche im Internet sind leider selten verlässlich.

Ein guter Weg, um kostenfrei international günstig zu telefonieren, ist die Website http://www.peterzahlt.de/. Ohne vorherige Anmeldung gibt man einfach das eigene Alter, die eigene Telefonnummer und die des gewünschten Gesprächspartners an, klickt auf „Kostenlos telefonieren“ und wird wenige Minuten später mit dem eigenen Telefon verbunden.  Das einzige Manko dieses Anbieters ist die begrenzte Anrufzeit von 30 Minuten pro Anruf.

Und wenn jemand Sie aus dem Ausland anrufen möchte, sollte dieser nicht die Vorwahl für Deutschland 0049 vergessen.

Eine Liste wichtiger Telefonnummern in Deutschland finden Sie übrigens auf unserem Blog unter der Kategorie Links.