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Artikel der Kategorie Juni, 2011

Girokonto eröffnen

Juni 14, 2011 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland leben Noch keine Kommentare →

Girokonto

Ohne ein Girokonto wird es in Deutschland nicht gehen! Wenn Sie Ihre Arbeit aufnehmen, ist es für die Zahlung Ihres Gehaltes unerlässlich. Die meisten Banken machen für die Eröffnung eines laufenden Girokontos zur Voraussetzung, dass Sie über einen festen Wohnsitz in Deutschland verfügen.

Wie aber wählen Sie die Bank Ihres Vertrauens aus? Folgende wichtige Fragen sollten Sie im Vorfeld stellen:

  • An welchen Geldautomaten kann ich gebührenfrei Geld abheben? Ist dies nur lokal oder auch deutschlandweit möglich?
  • Kann ich sofort nach Kontoeröffnung und Übersendung der Bankkarte die Geldautomaten nutzen?
  • Kann ich Daueraufträge einrichten und Einzugsermächtigungen erteilen?
  • Wann kann ich eine Kreditkarte beantragen? Wie lange dauert die Bearbeitung des Antrags?
  • Wie hoch sind die monatlichen Kontoführungsgebühren?
  • In welcher Höhe kann ich einen Dispositionskredit in Anspruch nehmen? Welcher Zinssatz wird bei Ausschöpfung fällig?

Recht viele Banken und Sparkassen bieten mittlerweile Girokonten mit online-Zugang zum Nulltarif an.  Einen guten Überblick erhalten Sie unter www.girokonto-onlinevergleich.de

Zur Kontoeröffnung benötigen Sie an Unterlagen Ihre nationalen Identitätspapiere sowie den Nachweis über eine deutsche Adresse. Das heißt, Sie sollten zumindest einen in Deutschland befindlichen Zweitwohnsitz haben. Diesen haben Sie bei dem für Sie zuständigen Einwohnermeldeamt angemeldet.

Bargeldlos bezahlen

In Deutschland ist es üblich, den gesamten regelmäßigen Zahlungsverkehr wie z.B. Löhne und Gehälter, Mieten, Beiträge etc. über das persönliche Girokonto abzuwickeln. Auch das bargeldlose Zahlen in Hotels, Restaurants, Kaufhäusern oder an Tankstellen ist nicht nur einfach sondern mittlerweile auch gängig. Es gibt nur noch wenige Geschäfte oder Anbieter von Dienstleistungen, die nur Bargeld akzeptieren. Manche wiederum deklarieren Mindestbeträge für die Nutzung von Bank-/Kreditkarten. Daher fahren Sie gut damit, immer einen kleinen Bestand an Bargeld im Portemonnaie zu haben. Andererseits sollten Sie bei Eröffnung des Girokontos darauf achten, dass Sie Ihre  Bank- und Kreditkarten zügig erhalten und zum Einsatz bringen können.

Einzugsermächtigungen

Für regelmäßige Zahlungen, z.B. Miete oder Vereinsbeiträge, bieten sich Einzugsermächtigungen an. Sie erteilen Ihrem Gläubiger die Erlaubnis, den vereinbarten Betrag von Ihrem Girokonto einzuziehen. Ihre Verantwortung liegt fortan nur darin, für eine ausreichende Deckung Ihres Kontos zu sorgen und die Richtigkeit der eingezogenen Beträge auf Ihrem Konto zeitnah und regelmäßig  zu prüfen. Bei dieser Form der Zahlung haben Sie nämlich die Möglichkeit, innerhalb von sechs Wochen nach Abbuchung von Ihrem Konto einen Widerspruch bei Ihrer kontoführenden Bank einzulegen. Der eingezogene Betrag wird Ihnen dann wieder gut geschrieben. Ihnen bleiben nur die inhaltlichen Auseinandersetzungen mit Ihrem Gläubiger. Das Verfahren der Einzugsermächtigung hat sich in Deutschland etabliert und funktioniert in aller Regel reibungslos. Unsere Empfehlung somit: alles, was sich über eine Einzugsermächtigung regeln lässt, am besten darüber abwickeln.

Daueraufträge

Wollen Sie jederzeit selbst die Kontrolle behalten, richten Sie am besten einen Dauerauftrag ein. Dieser ist zumeist gebührenpflichtig. Zum definierten Zeitpunkt, z.B. 1. oder 15. eines Monats wird ein bestimmter Geldbetrag in wiederkehrender Überweisung an einen festgelegten Empfänger auf den Weg gebracht. Ändert sich der zu überweisende Betrag, ist es Ihre Verantwortung, den Dauerauftrag anzupassen. Häufig sind damit erneut Gebühren verbunden.

Dispositionskredit

Mit einem Dispositionskredit können Sie Ihr Konto bis zu einem bestimmten Betrag überziehen. Voraussetzung für die Gewährung ist meistens ein regelmäßiges monatliches Einkommen, das es nachzuweisen gilt. Die Höhe des Dispokredites hängt dann wiederum von der Höhe Ihres monatlichen Einkommens ab. Sie sollten vor Augen haben, dass der Dispokredit einerseits eine reizvolle Sache, andererseits aber auch recht teuer ist. Somit sollten Sie ihn nur in Ausnahmesituationen nutzen.

Schufa-Klausel

Bei der Eröffnung Ihres Girokontos werden Sie die so genannte Schufa-Klausel unterschreiben müssen. Damit willigen Sie ein, dass Ihre Daten mit der Wirtschaftsauskunftei Schufa ausgetauscht werden. Die Schufa hat zum Zweck, Vertragspartner vor Geldausfällen zu schützen. So speichert sie bei Vorliegen Ihrer Einwilligung  neben Name, Geburtsdatum, gegenwärtigen und früheren Anschriften auch so genannte  Positivmerkmale und Negativmerkmale. Letztere beziehen sich auf nicht vertragsgemäßes Verhalten (z.B. Nichtzahlung von Kreditraten) und gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen. Sofern jemand mit so genannter „negativer Schufa“ ein Konto eröffnen will, wird die Bank das Anliegen sehr sorgsam prüfen und eine Kontoverbindung nur unter besonderen Absprachen zulassen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.schufa.de.