typically german; – Anja Spohr, Belinda Villbrandt und Gastautoren

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Artikel der Kategorie ‘In Deutschland arbeiten’

Cultural Awareness Workshop – Ahold Europe/Albert Heijn to go Germany

Dezember 03, 2013 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →


Cultural Awareness WorkshopKulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden manchmal ignoriert, manchmal unterschätzt und manchmal überhaupt nicht bemerkt. Im Rahmen der Vorbereitungen zur Markteröffnung in Deutschland hat der Niederländische Einzelhandelskonzern Ahold Europe einen Kulturworkshop bei typically-german.com in Auftrag gegeben, um die in diesem Zusammenhang neu entstehenden Teams, bestehend aus Holländern und Deutschen, hinsichtlich kultureller Unterschiede zu sensibilisieren und von vorn herein Missverständnisse zu minimieren.

Der eintägige Workshop war geprägt von Praxisübungen und Aktivitäten. Der Fokus lag auf der gegenseitigen Wahrnehmung der beiden Kulturgruppen und der Reflexion auf die eigenen Verhaltensweisen. Vorurteile gegenüber der jeweils anderen Gruppe wurden ebenso angesprochen wie Punkte, die jeweils an den „Anderen“ geschätzt werden. Ergänzend wurde in Kooperation mit einem Niederländischen Beratungsunternehmen eine Präsentation zum Thema „ Live, work & learn in the DeUTCHLANDS“ gehalten.

Cultural Awareness WorkshopNeben der Ermittlung des „Most Typical German“ in einem humorigen Test (der erste Platz wurde von einem holländischen Gruppenmitglied belegt) wurde als Ergebnis eine „Cultural Awareness Card“ mit den Teilnehmern zusammengestellt, die nun jeden Workshopteilnehmer an diesen erfolgreichen und konstruktiven Tag erinnern wird. Die Basis für den Start einer zukunftsorientierten, länderübergreifenden Zusammenarbeit war gelegt.

Erfolge feiern – aber mit Bedacht!

Juli 26, 2013 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →

Ein Geschäftspartner aus den Niederlanden sagte kürzlich zu mir, dass wir ja bezüglich des Projekts, das wir gerade gemeinsam bearbeiten, schon sehr viel erreicht hätten und dass wir das ja eigentlich schon mal feiern könnten. Wieso, sagte ich, wir sind doch noch lange nicht fertig und es liegt ja noch so Einiges vor uns. Unverständnis zeigte sich auf dem Gesicht meines Gesprächspartners. Das schöne deutsche Sprichwort „Erst die Arbeit und dann das Vergnügen“ scheint an Aktualität nichts eingebüßt zu haben. Fast sklavisch hängen wir Deutschen an den Arbeits-Plänen, die wir (oder auch andere) uns  auferlegt haben und arbeiten sie ab. Wenn es dann geschafft ist, ok, dann können wir auch mal Freude zeigen und einen drauf machen. Aber nicht zu heftig, bitte, und auf keinen Fall zu früh. Man weiß ja nie, ob da nicht spontan noch nachgearbeitet werden muss… Und ist dann das, was wir geleistet haben auch wirklich gut?

Zweckpessimismus oder fishing for compliments?

Wollen wir also mehr Lob, als uns zusteht, oder stellen wir unser Licht zu sehr unter den Scheffel? Oder sind wir einfach nur langweilig und bieder? Das Thema „proaktives Selbstmarketing“ gehört sicher nicht zu den herausragenden Eigenschaften, die man den Deutschen zuschreiben kann. Falsche Bescheidenheit? Oder trauen wir uns nur nicht, auch mal stolz zu sein auf das, was wir geleistet haben?  Objektiv gesehen, muss man ja zugeben, dass so richtige Feierlaune und die Begeisterung etwas wirklich Großes und Tolles auf die Beine gestellt zu haben, erst nach der Fußball WM 2006 über die Deutschen gekommen zu sein scheint, nachdem die Welt von einem „Deutschen Sommermärchen“ gesprochen hat. Da holten wir dann die Deutschlandfahnen heraus und konnten voller Stolz sagen: Ja, das ist unser Erfolg und wir feiern ihn! Und nun können wir sicher auch mit dem Erfolg leben, es bei der EM der Fußball-Damen schon bis ins Finale geschafft zu haben.

 

 

Make it in Germany

September 07, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →

Offensive der Bundesregierung

 

Während Deutschland in der globalen Finanzkrise noch relativ solide aufgestellt zu sein scheint, ist dies im Hinblick auf nachhaltige Nachwuchssicherung für die deutsche Wirtschaft bedauernswerterweise nicht der Fall. Laut Expertenaussagen könnte der Fachkräftemangel Deutschland sogar mehr schaden als die globale Finanzkrise. Mit einer breit angelegten Informations- und Werbeoffensive wollen nun Bundesregierung  und Bundesagentur für Arbeit  dafür sorgen, dass zunehmend qualifizierte Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland das Land bereichern.

Neue Willkommenskultur

Geworben wird aktiv mit den Internetplattformen www.fachkraefte-offensive.de und www.make-it-in-Germany.com. Hier werden Beratungs- und Unterstützungsangebote für Unternehmen und Fachkräfte gebündelt.
„Es lohnt sich, nach Deutschland zu kommen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Philip Rösler und warb für eine neue „Willkommenskultur“. Nach seiner Einschätzung werden Fachkräftesicherung und Zuwanderung eine Daueraufgabe bleiben.

500.000 Stellen sind unbesetzt

 

Bis 2025 werden etwa drei Millionen Arbeitskräfte in Deutschland fehlen, so die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Schon heute seien insgesamt 500.000 offene Stellen gemeldet, die derzeit nicht besetzt werden könnten. Die tatsächliche Zahl dürfte sogar höher liegen. Gesucht werden Mathematiker, Ingenieure, Naturwissenschaftler, aber auch Schlosser, Schweißer und Pflegekräfte. Auf gute, fleißige Fachkräfte warten in Deutschland tolle und langfristige Perspektiven. Dazu ein wunderschönes Land mit viel Kultur – buntes, lebendiges Deutschland lädt zum Leben und Arbeiten ein!

Freie Fahrt für Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Juli 01, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →

Neuregelung der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Am 1. April ist in Deutschland das so genannte Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) in Kraft getreten. Menschen, die im Ausland eine Ausbildung gemacht oder auch studiert haben, haben seither ein Recht darauf, dass die Anerkennung ihres Abschlusses geprüft wird. Gehörten bislang Nationalität und Aufenthaltsstatus zu den Prüfkriterien, findet die Prüfung heute rein auf inhaltlicher Basis statt. Dies ist ein weiterer Schritt, mit dem die Bundesregierung dem in Deutschland voranschreitenden Fachkräftemangel begegnen will.

 

Chancen am deutschen Arbeitsmarkt erhöhen

Schätzungsweise 300.000 Menschen in Deutschland werden von dem neuen Gesetz profitieren. Sie können ihre im Heimatland erworbene Qualifikation auf auch in Deutschland anerkannte Füße stellen. Dies stellt für den Einzelnen einen wichtigen Schritt dar, um im hiesigen Arbeitsmarkt die eigenen Chancen weiter zu erhöhen, sowohl bei der Jobsuche als auch bei der angemessenen Vergütung der eigenen Leistungen.

 

Antragsteller verfügen über Berufsabschluss und wollen in Deutschland arbeiten

Die Überprüfung der Gleichwertigkeit erfolgt auf Basis festgelegter formaler Kriterien, wie zum Beispiel Inhalt und Dauer der Ausbildung. Einen Antrag nach dem BQFG kann stellen, wer über einen ausländischen Berufsabschluss verfügt und  beabsichtigt, eine Erwerbstätigkeit in Deutschland auszuüben. Keinen Zugang zum Verfahren finden ungelernte oder angelernte Personen, die über keinen Berufsabschluss aus einem anderen Staat verfügen.

 

Vergleich mit deutschen Referenzberufen

Im Mittelpunkt der Prüfverfahrens steht,  die ausländische Berufsqualifikation mit einem deutschen Referenzberuf zu vergleichen. Die zuständige Stelle prüft, ob wesentliche Unterschiede zwischen dem ausländischen Berufsabschluss und der deutschen beruflichen Qualifikation bestehen. Neben der Ausbildung kann auch die im In- oder Ausland erworbene Berufspraxis berücksichtigt werden.

 

Wichtig für die Antragsteller: Alle Angaben müssen mit Nachweisen belegt werden. Für weitere Informationen empfehlen wir

www.anerkennung-in-deutschland.de

Die Bluecard für Deutschland

Juni 12, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →

Leichtere Zuwanderung für Hochqualifizierte – die Bluecard soll Fachkräften Deutschland schmackhaft machen

Gut ausgebildeten ausländischen Fachkräften wird der Zugang nach Deutschland leichter gemacht. Der Bundestag verabschiedete ein Gesetz zur Einführung der sogenannten Blue Card, einer vereinfachten Arbeitsgenehmigung. Damit soll die Hochqualifizierten-Richtlinie der Europäischen Union umgesetzt werden.

Absenkung der Gehaltsschwelle

Die „Blaue Karte EU“ sollen Fachleute aus Drittstaaten außerhalb der EU bekommen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Hierzu gehören ein Hochschulabschluss und ein Arbeitsvertrag mit einem Jahresgehalt von mindestens 44.800 Euro. Das sind gut 20.000 Euro weniger als bisher. Für eine so genannte Niederlassungserlaubnis mussten Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Staaten bislang mindestens 66.000 Euro pro Jahr verdienen. Bei besonders nachgefragten Qualifikationen, z.B. Ingenieueren, Mathematikern, Ärzten und IT-Fachkräften liegt die Gehaltsschwelle sogar nur bei  knapp 35.000 Euro.

Nach drei Jahren Daueraufenthaltsrecht

Inhaber der BlueCard sollen nach drei Jahren ein Daueraufenthaltsrecht für sich und ihre Familie erhalten, wenn sie auch dann noch einen entsprechenden Arbeitsvertrag haben. Bei Nachweis guter deutscher Sprachkenntnisse wird die Niederlassungserlaubnis bereits nach zwei Jahren erteilt.

 

Berufsausbildung in Deutschland

Mai 07, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →

Internationale Ausbildungsoffensive

Das Emsland ist ein kleiner Landkreis in Niedersachsen/Deutschland, bodenständig  und wirtschaftlich gesehen vom soliden Mittelstand geprägt. Umso mehr blickt man auf, wenn gerade hier ein Pilotprojekt „Internationale Ausbildungsoffensive“ aufgelegt wird.  Ein großer Landmaschinenbauer und kleinere Handwerksbetriebe bilden ab Sommer 2012 junge Leute aus Spanien aus, weil der deutsche Nachwuchs fehlt. Sprachkurs und vorgeschaltetes Praktikum zur Orientierung inbegriffen. Die Chancen junger, motivierter Menschen ohne deutschen Pass auf eine grundsolide deutsche Berufsausbildung werden steigen.

Duale Ausbildung

Die in Deutschland vorherrschende  duale Ausbildung bildet einen sehr guten Einstieg ins Berufsleben. Einerseits findet man im deutschen Ausbildungssystem eine verlässliche Organisation und kontinuierlich überprüfte Qualität vor. Andererseits  bietet es dem Einzelnen zahlreiche Berufsmöglichkeiten in fast allen denkbaren Branchen und Sparten. Egal, ob man sich für eine Ausbildung zum Friseur, zum Elektromonteur, zum Bank- oder Industiekaufmann entscheidet,  die Berufsausbildung legt viel Wert auf eine ausgewogene Kombination aus Theorie und Praxis.

Regelmäßiges Engagement und Zuverlässigkeit vorausgesetzt

Hierfür vermittelt der Ausbildungsbetrieb fachlich-praxisorientierte Kenntnisse, die entweder wöchentlich oder in Ausbildungsblöcken  stattfindende Berufsschule darüber hinausgehende Fertigkeiten. Um in Deutschland zur Ausbildungsprüfung vor der Handwerks- oder Handelskammer zugelassen zu werden, muss ein Auszubildender seine Aktivitäten in einem durch die Ausbilder zu quittierenden Berichtsheft nachhalten. Die duale Berufsausbildung – will sie erfolgreich absolviert werden – erfordert somit regelmäßiges Engagement und Zuverlässigkeit. Sie bildet eine sehr gute Vorbereitung auf das folgende Berufsleben. Die Mischform aus Theorie und Praxis macht die Auszubildenden später zu wertvollen Arbeitnehmern. Es ist erwiesen: hiervon werden wir in Deutschland in Zukunft viele neue brauchen.

Das vorbildliche und vorausschauende Beispiel aus dem Emsland sollte somit ein Exempel statuieren.

 

 

Dienstag ist Bürotag – Rituale im Deutschen Arbeitsalltag

März 17, 2012 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →

Im Arbeitsalltag in den Büros in Deutschland gibt es eine Fülle von Ritualen. Manche haben eine Geschichte und sind mit einer Handlung verbunden, andere sind ein ungeschriebenes Gesetz und werden schon gar nicht mehr erwähnt. Kürzlich hörte ich von einem Belgischen Kollegen, der einige Jahre in Deutschland  gearbeitet hat, dass es ihm schier unmöglich war, am Dienstag mit seinen Teammitgliedern im Außendienst die Standorte in deren Bezirk zu besuchen. Denn: Dienstag war Bürotag. Und das schon immer. Das hieß, dass keine Macht der Welt die Kolleginnen und Kollegen nach draußen locken konnte. Man musste schließlich ja auch mal den ganzen Kram, der sich so in der Woche ansammelt, bearbeiten. Da konnte draußen auch“ die Hütte brennen“, das war dann vollkommen egal.

 

„Mahlzeit!“

In Produktionsstandorten beginnt man mit dem mittäglichen Gruß „Mahlzeit“ bereits ab ca. 11 Uhr. Er läutet die Vorbereitung auf die Mittagspause ein und wird bis in die Nachmittagsstunden verwendet. Es kann allerdings auch vorkommen, dass Kollegen, die morgens etwas später als normal zur Arbeit erscheinen, mit dieser Begrüßung erfreut werden.

„Neun bis fünf“

Es ist schwer zu sagen, ob diese Regel der Vergangenheit angehört oder nicht. Glaubt man den Europäischen Statistiken, gehören die Deutschen zur Spitzengruppe in Sachen Überstunden: im Jahr 2011 sollen es insgesamt 2,5 Milliarden gewesen sein. So etwas klappt natürlich nicht, wenn man strikt von 9 – 17 Uhr arbeitet. In manchen Branchen ist aber sicher aus „von neun bis fünf“ ein „von sieben bis drei“ geworden. Vor allem an Freitagen.

„Feierabend!“

Was für ein schönes Wort.. Und manch einer sieht den Feierabend schon am frühen Nachmittag kommen. Der Feierabend ist vielen Arbeitnehmern in Deutschland heilig und auch deshalb wünscht man ihn sich und anderen besonders schön.

Sicher ist gerade im Exportweltmeisterland vieles im Umbruch, dennoch treffen wir diese Art von Prinzipien häufig im Alltag an…

Geschäftsessen in Deutschland

März 12, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →

Kontakte intensivieren

Ein Geschäftsessen mit deutschen Kollegen, Kunden oder Geschäftspartnern bietet gute Möglichkeiten, Kontakte und Diskussionen in gelockerter Atmosphäre fortzusetzen. Dabei ist es in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern sehr üblich, während eines Geschäftsessens auch Geschäftsthemen zu besprechen. Häufig finden solche Verabredungen während der Mittagszeit, also zwischen 11.30 Uhr und 14.00 Uhr statt. In besonderen Situationen, beispielsweise um einen bedeutenden Erfolg zu würdigen, verabredet man sich auch mal abends. Im Gegensatz zum abendlichen, umfänglichen Menü werden beim Lunch häufig  zwei Gänge gewählt, also Vorspeise und Hauptgericht oder Hauptgericht und Dessert. Mit einer abschließenden Kaffeespezialität endet das Geschäftsessen in der Regel.

Der Knigge zeigt, wie’s gehen soll

Schon kleine Kinder lernen in deutschen Familien, wie sie sich bei Tisch zu verhalten haben. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Firmen, die Business Seminare zur Tischetikette speziell in Deutschland vorhalten. Eine Seminarübersicht ist beispielsweise unter http://www.knigge.de/ zu finden. Adolph Freiherr Knigge, ein deutscher Schriftsteller aus dem 18. Jahrhundert, beschäftigte sich in seinem Werk „Über den Umgang mit Menschen“ mit guten Umgangsformen. Heute steht sein Name stellvertretend für alle Themen rund um die Etikette.

Zusammengefasst gibt es ein paar wichtige Gepflogenheiten, die man bei Tisch und im Rahmen eines Geschäftsessens beachten sollte.

  • In gehobenen Häusern empfiehlt es sich, vorab einen Tisch zu reservieren. Ansonsten sind Platzanweisungen in Deutschland noch nicht überall üblich.
  • Beginnen Sie erst zu trinken, wenn jeder am Tisch ein Getränk vor sich hat.  Vor dem ersten Schluck prosten Sie einander mit einem „Zum Wohl“ zu und blicken jedem Einzelnen dabei in die Augen.
  • Beginnen Sie erst zu essen, wenn jeder am Tisch sein Gericht vor sich hat. Wünschen Sie einen „Guten Appetit“. Beide Hände befinden sich während des Essens auf dem Tisch. Vermeiden Sie wilde Gesten und sofern es Ihnen schmeckt, essen Sie Ihr Gericht auf. Sobald Sie Ihre Mahlzeit beendet haben, legen Sie Messer und Gabel parallel über die rechte Tellerseite.
  • Sofern Sie zum Geschäftsessen eingeladen haben,  bezahlen Sie die Rechnung diskret beim Kellner am Tresen und lassen sich einen Bewirtungsbeleg ausstellen. Typisch deutsch dabei ist die Form des Trinkgeldes. Wenn Sie sich gut bedient gefühlt haben, schlagen Sie auf den Rechnungsbetrag um die zehn Prozent auf. Also Kellner sagt: „Das macht bitte 45,20 Euro.“ Und Sie erwidern: „Machen Sie 50 Euro.“ Direkt und offen, was natürlich Kopfrechnen und ein wenig Übung voraussetzt. Ein darüber hinaus ausgesprochenes Dankschön erhöht den Wert eines Trinkgeldes abschließend um ein Vielfaches.
  • Wenn Sie mit den anderen Teilnehmern gemeinsam zum Essen gekommen sind, gehen Sie auch gemeinsam. Es ist üblich, nach dem Essen noch ein wenig am Tisch sitzen zu bleiben.
  • Findet ein Geschäftsessen mittags statt, wird häufig auf alkoholische Getränke verzichtet, denn schließlich liegt in der Regel noch ein arbeitsreicher Nachmittag vor einem. Trotzdem gibt es hierfür keine Regel. Es ist also vollkommen in Ordnung, wenn diese Frage jeder für sich selbst entscheidet.
  • Und zu guter Letzt: Frauen verhalten sich als Gastgeberin ebenso wie männliche Gastgeber. Antiquierte Einstellungen wie, dass Frauen nicht bezahlen oder Geschäftspartnern nicht die Tür öffnen sollen, passen nicht mehr in die deutsche Geschäftswelt von heute.

 

Zuwanderungsland Deutschland

Februar 16, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →

Qualifizierte Arbeitskräfte dringend gesucht

Viele Stimmen in Deutschland rufen nach deutlich mehr Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, ist eine dieser Stimmen. Er spricht von einem „eklatanten Mangel an Fachkräften“ und plädiert für die Aufnahme von zwei Millionen qualifizierten Zuwanderern in den kommenden Jahren. In einigen Branchen, Berufen und Regionen gäbe es schon heute einen erhöhten Fachkräftebedarf. Bis 2025 werde gar eine Lücke von sechs bis sieben Millionen Fachkräften entstanden sein. „Diese Lücke können wir über das Mobilisieren von Arbeitskräften bei uns im Lande vielleicht zur Hälfte füllen.“ (Quelle: Interview – Die Welt vom 14. Mai 2011) Nur zu gut verständlich: Die deutsche Wirtschaft, die diesen Mangel zum Teil bereits heute eklatant spürt, schlägt Alarm. Besonders Ingenieure, medizinisches Personal und IT-Spezialisten werden gesucht. Es müssen deutliche Reformen her, um diese ausländischen Fachkräfte einfacher einstellen zu können.

Chancen für junge und ältere Deutsche

Dennoch gibt es auch andere Stimmen. Politische Parteien fordern mehr oder minder laut, primär den eigenen jungen Menschen aus Deutschland gute berufliche Perspektiven zu vermitteln und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Und nicht zuletzt unter Berücksichtigung unserer deutlich alternden Gesellschaft altersgerechte Arbeitsplätze vorzuhalten. Problematisch sind an dieser Stelle „Entweder – Oder“ – Betrachtungen anstelle von „Sowohl – als auch“. Sorgen um den nationalen Arbeitsmarkt und das Werben um Wählerstimmen scheint schlüssige Konzepte der Zuwanderung mit zermürbenden Diskussionen deutlich zu verlangsamen.

Imageproblem für Deutschland – aber nicht in den Betrieben

Durch langwierige Diskussionen gerät Deutschland zunehmend in das Licht, Zuwanderer vielleicht gar nicht zu wollen. Dies steht zum Glück  in krassem Gegensatz zu dem, was wir im betrieblichen Alltag erleben. In den Firmen, in den konkreten Arbeitsgebieten geht es weniger um gesellschaftliche Diskussionen. Vielmehr steht im Vordergrund, Unternehmensziele mit einer motivierten und schlagkräftigen Mannschaft umzusetzen. In diesem Mikrokosmos, wo das Geschäft und das Bestehen am internationalen Markt die Hauptrolle spielen, ist jede professionell helfende Hand mehr als herzlich willkommen. Zunehmend viele Firmen bieten den Zugewanderten mittlerweile eine Reihe von Anreizen und gute Unterstützung beim Übersiedeln samt Familien. Es scheint noch Zukunftsmusik, dass die – wirklich vorhandene – Attraktivität Deutschlands und das – wirklich vorhandene – Willkommensheißen ausgewählter, internationaler Fachkräfte auch ganz staatlich-offiziell herausgestellt  würde. Die betroffenen deutschen Wirtschaftsunternehmen tun gut daran, ihre Arbeitgeberattraktivität zunehmend auch international  zu präsentieren.

 

Pessimisten und Bedenkenträger

Januar 29, 2012 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland arbeiten Noch keine Kommentare →

„Angst“ ist ja ein Wort in der deutschen Sprache, das durchaus Internationalitätscharakter hat. Das muss daran liegen, dass es uns Deutschen liegt, Zukunft schnell mal pessimistisch zu betrachten und auch, wenn wir gerade keine Krise haben, auf selbige zu warten. Dann kommt sie auch, ob man wartet oder nicht.

Ja, aber…

Wir neigen nun einmal dazu, die Dinge akribisch bis zum Ende zu durchdenken. Wenn dann alles fertig gedacht ist, stellen wir oft fest, dass es zwar eine Lösung für das Problem gibt. In der Regel muss aber noch einiges zu bedenken gegeben werden. Das führt dazu, dass man uns Deutsche nicht für die spontansten Entscheider und Umsetzer hält. Es gibt eben immer etwas, was noch schiefgehen kann, finden wir. Da fängt man erst einmal besser gar nicht an, oder zumindest nicht einfach so. Die im anglo-amerikanischen Sprachraum so weit verbreitete „80-20-Regel“ setzt sich also nur langsam durch in Deutschland.

….andererseits

Auf der anderen Seite hat uns das Zaudern auch so manches Mal davor bewahrt, hinterher gravierende Fehler ausbügeln zu müssen. Ein recht gutes Beispiel ist unser Umgang mit der Finanzkrise in 2009:  entgegen anderweitig zu beobachtender Verhaltensweisen haben wir in Deutschland mit Bedacht arbeitsmarktrelevante Instrumente (z.B. Kurzarbeit) angewandt.  So haben wir vielleicht etwas länger mit einer adäquaten Reaktion auf die Marktsituation gebraucht. Heute können wir rückwirkend feststellen, dass wir diese Krise nicht nur gut überstanden haben, sondern gleichsam eine gesunde Basis für kommende Herausforderungen gelegt haben. „In der Ruhe liegt die Kraft“, heißt es ja auch in einem deutschen Sprichwort. Wir wollen dabei nicht phlegmatisch wirken, aber operative Hektik ist nicht das, was unseren Arbeitsstil ausmacht. Und das ist auch gut so.