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Artikel der Kategorie ‘In Deutschland leben’

Warum lohnt sich Deutschland?

September 07, 2011 Von: k.obergehrer Kategorie: In Deutschland leben 2 Kommentare →

Herrlich! Ich schaue aus dem Fenster, die Sonne scheint, alles grünt und blüht. Um mich herum nette Kollegen, die offen und direkt mit mir kommunizieren…  Im Hintergrund ein Sozialsystem, das mich absichert. In meiner Freizeit bin ich innerhalb kürzester Zeit in den Bergen oder am Meer. Besser kann´s doch eigentlich gar nicht sein, oder?

Trotzdem lese ich gerade zum wiederholten Male in der Presse,  dass qualifizierte Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland Deutschland nicht als erste Wahl sehen, wenn es darum geht, die berufliche Karriere in einem anderen Land fortzuführen. Ich bin verwundert…. Zugegeben – eventuell bin ich da nicht ganz objektiv. Also versuche ich mal, ganz sachlich die Dinge die Deutschland als Land für Arbeit und Leben attraktiv machen zusammenzutragen.

Da wäre z.B. das oben bereits erwähnte soziale Sicherungssystem. Wer krank wird, bekommt vom Arbeitgeber 6 Wochen lang sein Gehalt weiter gezahlt, anschließend greift die Krankenversicherung mit 70% des vorherigen Gehalts unter die Arme. Wer seine Arbeit unverschuldet verliert, in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Monate bestätigt berufstätig war und EU-Bürger ist, bekommt maximal zwei Jahre lang 60 Prozent seines vorherigen Einkommens als Arbeitslosengeld ausbezahlt.

Das Arbeitsrecht ist hierzulande sehr Arbeitnehmerfreundlich. Nach Ablauf der 6-monatigen Probezeit hat eine Kündigung durch den Arbeitgeber bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag nur bei schweren Fehlverhalten sowie aus betriebsbedingten Gründen Aussicht auf Erfolg.

Der Urlaubsanspruch ist in Deutschland mit 24 Tagen gesetzlich verankert. Viele Arbeitsverträge garantieren einen noch höheren Urlaubsanspruch. Das Gehalt wird in vollem Umfang weitergezahlt.

Deutschland ist in vielen Bereichen Technologie- und Marktführer. Wer also bei der Automobiltechnik, dem Maschinenbau, der Chemiebranche oder den erneuerbaren Energien ganz vorne mitmischen will, der ist hier richtig.

Soweit so gut. Jetzt aber zu den WIRKLICH wichtigen Dingen. Nuri Sahin, türkischstämmiger Profifußballer, der zur aktuellen Saison von Borussia Dortmund zu Real Madrid gewechselt ist, hat sie kürzlich recht treffend formuliert. Auf die Frage, was er wohl an Deutschland am meisten vermissen werde, hat er geantwortet: „…..viele typisch deutsche Sachen: die großen Straßen, die Ordnung hier und natürlich auch die Menschen.“

Die großen Straßen! Ich interpretiere frei, dass er damit sicher auch die Vorliebe der Deutschen für schöne (deutsche) Autos und vor allem das nicht vorhandene Speed-Limit auf den großen Straßen, also den Autobahnen, gemeint hat. Wo sonst findet man derartige Freiheiten?

Hohe Freiheitsgrade sind ansonsten allerdings nicht unbedingt typisch deutsch. In Deutschland gibt es für die meisten Dinge klare Regeln und Strukturen. An deren Einhaltung sind wir gewöhnt, das gibt uns Orientierung. Damit einhergehend, vielleicht auch dadurch begünstigt, halten wir uns für sehr verlässlich und pflichtbewusst. Getroffene Vereinbarungen werden eingehalten und Versprochenes umgesetzt.

Sehr schön fand ich jüngst folgendes Zitat unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema Zuwanderung ausländischer Fachkräfte: „Wir müssen hierbei auch als Land attraktiv erscheinen. Es ist darauf hingewiesen worden, dass wir das in der Vergangenheit nicht immer waren und dass nicht die ganze Welt darauf wartet, endlich bei uns erwerbstätig werden zu können, sondern dass wir auch einladend sein müssen.“ Ich nehme an, es werden hierzu in Kürze klare Regeln und Strukturen geschaffen, die uns dann noch einladender machen werden. Und dazu bestimmt ein mindestens 8-seitiges neues Formular mit 10-seitiger Ausfüllhilfe….

Aber die deutsche Verlässlichkeit und die Einhaltung von Zusagen machen die Zusammenarbeit durchaus angenehm. Außerdem ist den Deutschen eine bestechende Direktheit zu eigen. Feedback wird hierzulande gerne etwas deutlicher gegeben als das anderswo üblich ist. Und wenn wir etwas, was ein anderer gesagt hat, als falsch empfinden, sagen wir eher „Das ist falsch!“ als „Ich glaube nicht, dass Sie da richtig liegen.“ Wir sagen was wir meinen und meinen was wir sagen. Das spart jede Menge Zeit!

Zeit brauchen wir nämlich für etwas anderes: für unsere berühmte deutsche Gemütlichkeit. Rein gar nichts hat diese Gemütlichkeit mit den bekannten Volksfesten, wie dem Oktoberfest, zu tun. Diese haben sich inzwischen zum glatten Gegenteil der Gemütlichkeit entwickelt. Was also ist dann diese „Gemütlichkeit“? Im Englischen kann man den deutschen Begriff angeblich mit „atmosphere of comfort, peace and acceptance“ umschreiben. Schaut man im Duden nach, dann findet man Synonyme wie Behaglichkeit, Heimeligkeit, Traulichkeit, Trautheit, Lauschigkeit. Meist kommen auch reichlich gutes Essen und ein würziges Bier ins Spiel, wenn es bei uns in Deutschland gemütlich wird. Doch am wichtigsten ist dabei das Zusammensein mit guten Freunden – am liebsten aus aller Herren Länder.

Wohnungssuche

August 26, 2011 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland leben Noch keine Kommentare →

                                                                 

Wie gehe ich es an?

Die Zeiten, in denen man sich mit einer am sehr frühen Samstagmorgen gekauften Wochenendausgabe einer örtlichen Tageszeitung in ein Café setzt und hektisch die Wohnungsanzeigen nach einer passenden Bleibe durchsucht, sind schon lange vorbei.  Heute klappt man als erstes den Laptop auf und sieht sich im Internet um. Auf Seiten wie http://www.immobilienscout24.de/ oder http://www.immowelt.de/ findet man ein umfassendes Angebot an Miet- und Eigentumswohnungen und –häusern.

Das Angebot ist umfangreich und man sollte sich u.a. zunächst über folgendes im Klaren sein:

–          Wo genau möchte ich wohnen (Stadt oder Land)?

–          Was ist mir wichtig, in der näheren Umgebung zu haben (Einkaufen, Natur, Kneipen etc.)?

–          Bevorzuge ich Alt- oder Neubau?

–          Brauche ich einen Parkplatz oder ist in der Wohngegend genug Parkraum vorhanden?

Zum größten Teil werden Immobilien aller Art über Makler angeboten, wobei hier aber auch bei erfolgreicher Vermittlung eine Courtage fällig wird. In aller Regel liegt die Maklercourtage noch einmal bei zwei bis drei Nettokaltmieten. Wie gut, wenn vielleicht sogar Ihre neue Firma dafür aufkommt.

Der Mietwohnungsmarkt ist in manchen deutschen Städten recht eng, was auch nicht zuletzt deshalb zu starken Mietpreisdifferenzen führt. Die Mieten setzten sich in der Regel aus einem Betrag für die Kaltmiete und den Nebenkosten (Heizung, Wasser, Hausreinigung etc.) zusammen. Kosten für Strom und Telefonanschluss müssen Sie immer noch obendrauf rechnen.

 

Der erste Eindruck

Wenn Sie ein für sich geeignetes Objekt identifiziert haben und einen Besichtigungstermin mit der Hausverwaltung, dem Eigentümer oder dem Makler vereinbart haben, schlägt häufig die Stunde der Wahrheit, wenn Sie durch die Wohnungstür kommen. Nicht nur, weil Sie mitunter feststellen werden, dass Sie nicht der einzige Interessent sind: In manchen Fällen kommt es vor, dass man von der Wohnung nicht wirklich viel sieht und eher den Eindruck gewinnt, es handele sich bei dem Termin um eine gut besuchte Party mitten am Tag. Am besten nehmen Sie eine Person Ihres Vertrauens mit, denn vier Augen sehen bei der Begutachtung des Wohnungszustandes immer mehr als zwei. Und wird eine Wohnung als „renoviert“ angepriesen, heißt das nicht immer, dass es so aussieht, wie Sie es sich vorstellen.

Die Küchen in Mietwohnungen enthalten häufig nur ein Waschbecken und einen Herd, gern auch Modelle aus der guten alten Zeit. Seien Sie somit nicht verwundert, wenn Sie dann noch eine komplette Küchenausstattung erwerben müssen, bevor Sie einziehen.

Schauen Sie auch genau hin, mit welcher Art Heizung die Wohnung ausgestattet ist (Klimaanlagen werden Sie in den seltensten Fällen vorfinden) und ob sie einen Keller- oder Dachbodenraum hat. 

Wenn es sich einrichten lässt, versuchen Sie auch ein paar Informationen über die zukünftigen Nachbarn herauszufinden – idealerweise vom Vormieter, denn der hat meistens keinen Grund, Ihnen etwas vorzumachen.

 

Die Entscheidung

Meistens wird ein Standardformular für den Mietvertrag verwendet. Bevor Sie diesen unterschreiben (dürfen), ist es durchaus üblich, dass der Vermieter einen Einkommensnachweis von Ihnen verlangt. Das ist normal. Der Vertrag beinhaltet einen Verweis auf die „Hausordnung“, somit auf Ihre Rechte und Pflichten als neuer Mitbewohner (Putzen der Treppe, Verhalten im Waschkeller, Regeln zum Abstellen von Fahrrädern und Kinderwagen im Hausflur und dergleichen mehr) und regelt die Kündigungsfrist.

Eine nette, deutsche  Tradition ist es übrigens, zum Einzug in die neuen vier Wände Brot und Salz zu schenken. Diese galten über Jahrhunderte als kostbare Lebensmittel, die für Wohlergehen, Sesshaftigkeit und Gemeinschaft standen. Genau das wünschen wir Ihnen später im neuen Zuhause!

Formalitäten für das Leben und Arbeiten in Deutschland – eine Kurzübersicht

Juli 29, 2011 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland leben Noch keine Kommentare →

Der Anfang                                                                                                                                 

Leider liegt ein besonders unerfreulicher Part des „Abenteuers Deutschland“ direkt am Anfang: die Beschaffung von Papieren und Erledigung der Formalitäten. Wenn Sie es irgendwie hinbekommen können, verhandeln Sie mit Ihrem Arbeitgeber, dass er Ihnen eine Relocation-Agentur bezahlt. Das erleichtert vieles und erspart Ihnen viel Lauferei.

Natürlich geht es auch ohne die Hilfe Ihres Chefs. Wichtig ist auch hier die gute Vorbereitung, denn manches müssen Sie schon vor der Einreise nach Deutschland besorgt haben.

 

Eines der verbreitetesten Vorurteile über Deutschland ist ja, dass es hier bürokratisch zugeht. Richtig. Das kann man mögen oder auch nicht, es ist leider so. Und zu einer vernünftigen Bürokratie gehören jede Menge Formulare. Es ist also besser, sich schon frühzeitig damit abzufinden, dass Sie viel schreiben und manchmal lange in endlosen Fluren warten werden, bevor Sie alles beisammen haben. Das tun wir aber nicht, um Sie zu ärgern, sondern, damit alles seine Ordnung hat… Ein weiteres Vorurteil werden Sie an manchen Stellen bestätigt finden: es gibt noch Entwicklungspotential, was Freundlichkeit und Serviceorientierung in deutschen Ämtern betrifft. Aber geben Sie bitte nicht auf, wir arbeiten daran.

 

Wer braucht was?

Je nachdem, welches Ihr Heimatland ist, sind unterschiedliche Formalitäten zu erfüllen                  

    1. Visum: Für die Einreise nach Deutschland brauchen EU-Bürger und einige andere Nationalitäten kein Visum. Wenn Sie ein Visum benötigen, müssen Sie dieses bereits in Ihrem Heimatland beantragen (Visa werden grundsätzlich nicht in Deutschland ausgestellt). Mehr dazu unter http://www.auswaertiges-amt.de/
    2. Anmeldung: Ihr lokales Einwohnermeldeamt erwartet Sie innerhalb einer Woche nach Ihrer Ankunft zur Anmeldung Ihres neuen Wohnsitzes/Adresse. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.meinestadt.de/
    3. Aufenthaltgenehmigungen: Möchten Sie länger als 3 Monate in Deutschland bleiben, benötigen Sie eine Aufenthaltsgenehmigung (auch als EU-Bürger). Nach Ihrer Anmeldung beim Einwohnermeldeamt beantragen Sie Ihre Aufenthaltsgenehmigung beim zuständigen Ausländeramt. Weitere Fragen beantwortet z.B. dieser link: http://www.duesseldorf.de/auslaenderamt/index.shtml
    4. Arbeitsgenehmigung: Mit Ihrer Aufenthaltsgenehmigung können Sie eine Arbeitsgenehmigung bei der Agentur für Arbeit beantragen: http://www.arbeitsagentur.de/nn_8942/Dienststellen/RD-N/Kiel/AA/01-AA-Seiten-nach-Navigation/02-Unternehmen/AGS/A-AGS-39-Arbeitsgenehmigung.html        EU-Bürger benötigen keine Arbeitsgenehmigung.

    Vor dem Start nach Deutschland sollten Sie überprüfen, ob Sie folgende Papiere benötigen und sich ggf. direkt noch in Ihrem Heimatland besorgen:
  • gültiger Reisepass für die gesamte Aufenthaltszeit in Deutschland
  • Bescheinigung Ihrer Universität oder eine Kopie Ihrer Bewerbung bei der Universität Ihrer Wahl
  • Nachweise Ihrer finanziellen Mittel zur Deckung der Lebenshaltungskosten in Deutschland
  • Visum (kein Touristenvisum)
  • Originale und beglaubigte Übersetzungen Ihrer Geburtsurkunde, Ihres Schulabschlusses und weiterer akademischer Qualifikationen. Beglaubigungen bekommen Sie bei den deutschen Botschaften oder Konsulaten
  • Bestätigung Ihrer Krankenversicherung. Für Studenten der EU, europäische Krankenversicherungskarte
  • Impfausweis (falls Sie einen solchen besitzen). Erkundigen Sie sich sicherheitshalber bei der deutschen Botschaft oder einem Konsulat, ob Sie für die Einreise nach Deutschland bestimmte Impfungen benötigen
  • Internationalen Führerschein, falls Sie in Deutschland Autofahren möchten (EU-Bürger benötigen ihn nicht)

Als wäre dies alles nicht abschreckend genug, kommt es leider auch häufig vor, dass sich die Bestimmungen zur Einreise und zum Aufenthalt in Deutschland verändern. Bitte erkundigen Sie sich in jedem Fall vor Ihrer Abreise bei den deutschen Botschaften, Konsulaten, Ausländerämtern und dem deutschen Außenministerium      (http://www.auswaertiges-amt.de/). Auch hier benötigen Sie unter Umständen Geduld, denn die Fülle der Anfragen ist groß und die Reaktionsgeschwindigkeit hält oft nicht Schritt. Bleiben Sie ruhig und gelassen am Ball!

Telefonieren in Deutschland

Juli 25, 2011 Von: Theda Eilers Kategorie: In Deutschland leben Kommentare deaktiviert für Telefonieren in Deutschland

Telefonieren in Deutschland? Hier erfahren Sie, wie es am besten geht.

Mittlerweile gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Mobilfunkanbietern. Ein Mobiltelefon zu besitzen, gehört für die meisten Menschen zur Alltagsnormalität. Sie erleichtern sich hierdurch vieles, gerade wenn Sie häufig unterwegs sind oder in der Anfangszeit viel zu organisieren haben. Ob es die Spedition mit der Möbellieferung, der Makler oder der Autohändler ist, mit dem so genannten Handy sind Sie gut beraten. Immer häufiger ersetzt das Handy auch das Haustelefon/den Festnetzanschluss.

Neben dem Telefonieren via Mobiltelefon hat auch der SMS-Verkehr in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Innerhalb von Sekunden lassen sich eine Verabredung abzusagen oder der Mitbewohner fragen, ob man für ihn im Supermarkt lieber fettarme oder Vollmilch kaufen soll. Allerdings sind SMS auch in der Geschäftswelt nicht mehr allzu ungewöhnlich.

Für Vieltelefonierer, oder Menschen, die viele SMS verschicken, bieten die Provider Verträge mit besonderen Tarifen oder speziellen Flatrates an. Generell sollte man sich aber unbedingt, bevor man den Vertrag unterzeichnet, über die Kündigungsfristen des Vertrages informieren, und sich die Daten idealerweise im Kalender markieren. In der Kundenwerbung und beim Vertragsabschluss zeigen sich die Telefonabieter nämlich immer sehr kundenorientiert und bemüht, nach Vertragsabschluss setzt diesbezüglich häufig eine Amnäsie ein. Bei Unzufriedenheit mit Leistungen oder Tarifen hilft häufig erst einmal die Kündigung des Vertrages. Erstaunlicherweise setzt dann mitunter die anfängliche Kundenfreundlichkeit wieder ein, um einen abtrünnig werdenden Kunden wieder zurück zu gewinnen.

Gefahren eines Vertrages, zum Beispiel schnell den Überblick über Gebühren zu verlieren, umschifft man am besten mit einer Prepaid-Karte, die man an Tankstellen oder Kiosken einfach aufladen kann.

Da ein Anruf bei der Auskunft in Deutschland ziemlich teuer ist, empfiehlt es sich,  die gewünschte Nummer im Internet, z.B.  unter http://www.dasoertliche.de/ , herauszufinden. Dies ist eine kostenlose Alternative zum zeit- und kostenaufwendigen Anruf bei der Auskunft. Außerdem gibt es für Smartphones die Möglichkeit, sich eine Telefonbuch-App runterzuladen, mit deren Hilfe man einfach und schnell die gesuchte Nummer finden kann.

Für Anrufe ins Ausland ist es sinnvoll, das Internet zu  nutzen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, z.B. den Telefondienst der Software Skype. Nach einer kostenlosen Anmeldung bei dem Instant Messaging Anbieter, hat man die Möglichkeit, sowohl von Computer zu Computer, als auch von Computer zu Festnetz oder Handy zu telefonieren. Letzteres ist allerdings kostenpflichtig.

Für ein Telefonat über Skype wird nur ein Headset oder ein Handy mit der Skype-Applikation benötigt. Je nach Lust und Laune hat man außerdem die Möglichkeit, die Videofunktion zu nutzen und seinen Telefonpartner über eine Webkamera zu sehen. Immer häufiger wird Skype auch für Telefonkonferenzen genutzt. Jedoch kann es zu Tonstörungen führen, wenn der Computer überlastet ist. Dennoch nimmt man für den fehlenden Kostenaufwand wahrscheinlich gerne ein gelegentliches Rauschen in Kauf.

Natürlich gibt es auch einige Mobilfunkanbieter, die spezielle Tarife für die Anrufe ins Ausland anbieten. Dafür sollte man sich am Besten direkt in den verschiedenen Shops informieren und die Angebote vergleichen. Tarifvergleiche im Internet sind leider selten verlässlich.

Ein guter Weg, um kostenfrei international günstig zu telefonieren, ist die Website http://www.peterzahlt.de/. Ohne vorherige Anmeldung gibt man einfach das eigene Alter, die eigene Telefonnummer und die des gewünschten Gesprächspartners an, klickt auf „Kostenlos telefonieren“ und wird wenige Minuten später mit dem eigenen Telefon verbunden.  Das einzige Manko dieses Anbieters ist die begrenzte Anrufzeit von 30 Minuten pro Anruf.

Und wenn jemand Sie aus dem Ausland anrufen möchte, sollte dieser nicht die Vorwahl für Deutschland 0049 vergessen.

Eine Liste wichtiger Telefonnummern in Deutschland finden Sie übrigens auf unserem Blog unter der Kategorie Links.

Girokonto eröffnen

Juni 14, 2011 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland leben Noch keine Kommentare →

Girokonto

Ohne ein Girokonto wird es in Deutschland nicht gehen! Wenn Sie Ihre Arbeit aufnehmen, ist es für die Zahlung Ihres Gehaltes unerlässlich. Die meisten Banken machen für die Eröffnung eines laufenden Girokontos zur Voraussetzung, dass Sie über einen festen Wohnsitz in Deutschland verfügen.

Wie aber wählen Sie die Bank Ihres Vertrauens aus? Folgende wichtige Fragen sollten Sie im Vorfeld stellen:

  • An welchen Geldautomaten kann ich gebührenfrei Geld abheben? Ist dies nur lokal oder auch deutschlandweit möglich?
  • Kann ich sofort nach Kontoeröffnung und Übersendung der Bankkarte die Geldautomaten nutzen?
  • Kann ich Daueraufträge einrichten und Einzugsermächtigungen erteilen?
  • Wann kann ich eine Kreditkarte beantragen? Wie lange dauert die Bearbeitung des Antrags?
  • Wie hoch sind die monatlichen Kontoführungsgebühren?
  • In welcher Höhe kann ich einen Dispositionskredit in Anspruch nehmen? Welcher Zinssatz wird bei Ausschöpfung fällig?

Recht viele Banken und Sparkassen bieten mittlerweile Girokonten mit online-Zugang zum Nulltarif an.  Einen guten Überblick erhalten Sie unter www.girokonto-onlinevergleich.de

Zur Kontoeröffnung benötigen Sie an Unterlagen Ihre nationalen Identitätspapiere sowie den Nachweis über eine deutsche Adresse. Das heißt, Sie sollten zumindest einen in Deutschland befindlichen Zweitwohnsitz haben. Diesen haben Sie bei dem für Sie zuständigen Einwohnermeldeamt angemeldet.

Bargeldlos bezahlen

In Deutschland ist es üblich, den gesamten regelmäßigen Zahlungsverkehr wie z.B. Löhne und Gehälter, Mieten, Beiträge etc. über das persönliche Girokonto abzuwickeln. Auch das bargeldlose Zahlen in Hotels, Restaurants, Kaufhäusern oder an Tankstellen ist nicht nur einfach sondern mittlerweile auch gängig. Es gibt nur noch wenige Geschäfte oder Anbieter von Dienstleistungen, die nur Bargeld akzeptieren. Manche wiederum deklarieren Mindestbeträge für die Nutzung von Bank-/Kreditkarten. Daher fahren Sie gut damit, immer einen kleinen Bestand an Bargeld im Portemonnaie zu haben. Andererseits sollten Sie bei Eröffnung des Girokontos darauf achten, dass Sie Ihre  Bank- und Kreditkarten zügig erhalten und zum Einsatz bringen können.

Einzugsermächtigungen

Für regelmäßige Zahlungen, z.B. Miete oder Vereinsbeiträge, bieten sich Einzugsermächtigungen an. Sie erteilen Ihrem Gläubiger die Erlaubnis, den vereinbarten Betrag von Ihrem Girokonto einzuziehen. Ihre Verantwortung liegt fortan nur darin, für eine ausreichende Deckung Ihres Kontos zu sorgen und die Richtigkeit der eingezogenen Beträge auf Ihrem Konto zeitnah und regelmäßig  zu prüfen. Bei dieser Form der Zahlung haben Sie nämlich die Möglichkeit, innerhalb von sechs Wochen nach Abbuchung von Ihrem Konto einen Widerspruch bei Ihrer kontoführenden Bank einzulegen. Der eingezogene Betrag wird Ihnen dann wieder gut geschrieben. Ihnen bleiben nur die inhaltlichen Auseinandersetzungen mit Ihrem Gläubiger. Das Verfahren der Einzugsermächtigung hat sich in Deutschland etabliert und funktioniert in aller Regel reibungslos. Unsere Empfehlung somit: alles, was sich über eine Einzugsermächtigung regeln lässt, am besten darüber abwickeln.

Daueraufträge

Wollen Sie jederzeit selbst die Kontrolle behalten, richten Sie am besten einen Dauerauftrag ein. Dieser ist zumeist gebührenpflichtig. Zum definierten Zeitpunkt, z.B. 1. oder 15. eines Monats wird ein bestimmter Geldbetrag in wiederkehrender Überweisung an einen festgelegten Empfänger auf den Weg gebracht. Ändert sich der zu überweisende Betrag, ist es Ihre Verantwortung, den Dauerauftrag anzupassen. Häufig sind damit erneut Gebühren verbunden.

Dispositionskredit

Mit einem Dispositionskredit können Sie Ihr Konto bis zu einem bestimmten Betrag überziehen. Voraussetzung für die Gewährung ist meistens ein regelmäßiges monatliches Einkommen, das es nachzuweisen gilt. Die Höhe des Dispokredites hängt dann wiederum von der Höhe Ihres monatlichen Einkommens ab. Sie sollten vor Augen haben, dass der Dispokredit einerseits eine reizvolle Sache, andererseits aber auch recht teuer ist. Somit sollten Sie ihn nur in Ausnahmesituationen nutzen.

Schufa-Klausel

Bei der Eröffnung Ihres Girokontos werden Sie die so genannte Schufa-Klausel unterschreiben müssen. Damit willigen Sie ein, dass Ihre Daten mit der Wirtschaftsauskunftei Schufa ausgetauscht werden. Die Schufa hat zum Zweck, Vertragspartner vor Geldausfällen zu schützen. So speichert sie bei Vorliegen Ihrer Einwilligung  neben Name, Geburtsdatum, gegenwärtigen und früheren Anschriften auch so genannte  Positivmerkmale und Negativmerkmale. Letztere beziehen sich auf nicht vertragsgemäßes Verhalten (z.B. Nichtzahlung von Kreditraten) und gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen. Sofern jemand mit so genannter „negativer Schufa“ ein Konto eröffnen will, wird die Bank das Anliegen sehr sorgsam prüfen und eine Kontoverbindung nur unter besonderen Absprachen zulassen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.schufa.de.

Vorbereitung auf Deutschland

Mai 11, 2011 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland leben Noch keine Kommentare →

Deutsch sprechen

Vor Ihnen liegt schon das  Arbeitsheft „Deutsch für den Alltag“? Wunderbar! In Deutschland sagt man, gute Vorbereitung sei alles. Und in der Tat öffnen sich gleich zu Beginn eines Aufenthaltes mehr Türen, wenn man die Sprache schon ein bisschen drauf hat. Benötigen Sie das Deutsch auch für Ihren Job, sollten Sie sich intensiv mit Kursen vorbereiten. Können Sie im Job eine andere Sprache sprechen, die Sie besser beherrschen, reichen sicher zunächst die wichtigsten Redewendungen für den Alltag.

„Mahlzeit“
Neben „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ gehört der Gruß „Mahlzeit“ übrigens zu einer der wichtigsten Socializing-Vokabeln in der Firma. Egal in welcher Branche, ob in der Kantine, auf dem Gang, im Waschraum oder auf dem Parkplatz. In der Zeit zwischen 11.00 Uhr und 14.00 Uhr ist „Mahlzeit“ immer gut platziert. (Manche Scherzbolde rufen auch Mahlzeit, wenn ein Kollege morgens eine halbe Stunde später als üblich am Arbeitsplatz ankommt.)

Das Ankommen organisieren

Mitsamt Gepäck setzen Sie Ihren Fuß auf neuen Boden. Deutschland. Der Umgang mit uns Deutschen wird oft als  angenehm empfunden, schließlich läuft alles meist ganz  strukturiert  und gut geplant. Sofern Ihnen Ihr Arbeitgeber eine Relocation Agentur an die Hand gegeben hat, haben Sie natürlich beste Unterstützung. Falls nicht, werden Sie sich um  Papiere, Wohnung, Umschreibung des Führerscheins, Auto usw. selbst kümmern  müssen.   In weiteren Beiträgen werden Sie in unserem Blog Informationen zu Themen wie Wohnungssuche, Kindergärten und Schulen oder unterschiedlichen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten erhalten.

Erste Informationen

Für einen ersten Überblick haben wir unter „Links“ wichtige Informationen anderer Anbieter für Sie zusammengestellt. Dort erhalten Sie aktuelle Informationen z.B. über Umzug , Arbeits- und Lebensbedingungen sowie Soziale Sicherheit und Versicherungen in Deutschland.

Kontakte halten und neue Beziehungen aufbauen

Vom Bekannten, Vertrauten auf zu neuen Ufern, das bringt der Umzug in ein anderes Land mit sich. Ihre Entscheidung für diesen Schritt wird von den Daheimgebliebenen sicherlich unterschiedlich aufgenommen. Es gibt Menschen, die Sie verstehen und die sich mit Ihnen über die neue Herausforderung freuen. Wiederum gibt es andere, die Ihre Entscheidung ängstlich beäugen. In der ersten Zeit werden Sie Ihre Kraft und Konzentration ganz auf das Zurechtkommen im  neuen Umfeld lenken. Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden darüber, in welcher Form Sie Kontakt halten wollen. Möglichkeiten dazu gibt es heutzutage viele. Ob Sie E-Mails oder Skype nutzen, Facebook oder Twitter, es ist alles eine Frage der Vorbereitung. Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden. Das Kontakthalten mit denen, die Ihnen ans Herz gewachsen sind, stärkt Sie für die erste Zeit im neuen Land. Ein bewusster Umgang mit Abschied und Neubeginn ermöglicht die volle Konzentration auf das, was kommt. Und es erleichtert es, sich in der neuen Umgebung schnell wohlzufühlen.

Sich selbst Ziele setzen

Rom wurde nicht in einem Tag erbaut. Auch Sie selbst werden eine Zeit lang brauchen, im neuen Land anzukommen und sich zurecht zu finden. Sich selbst realistische und machbare Ziele zu setzen, gehört zur Veränderung dazu.  Akklimatisierung ist das Gebot der ersten Wochen im neuen Land. Für manche von Ihnen heißt das im wahrsten Wortsinn, mit dem deutschen Klima, den unterschiedlichen Jahreszeiten und Wetterlagen klar zu kommen.  Im übertragenen Wortsinn ist das Klima auch im menschlichen Miteinander zu finden. Wie werden Sie am neuen Arbeitsplatz aufgenommen? Wie gestaltet sich der Kontakt zu Nachbarn? Wie gelingen Ihnen die Verrichtungen des täglichen Lebens? Sich Schritt für Schritt machbare Ziele zu setzen, ist Grundbedingung für das Einleben. Lenken Sie Ihre Konzentration zunächst darauf, dass alles funktioniert und Sie sich einen passenden Tagesablauf schaffen. So lange Sie in Ihrem Alltag noch nicht fertig ausgestattet sind, greifen Sie auf Dienstleister wie Autovermietungen, Reinigungsservice, Wäschereien etc. zurück.  Ein deutsches Sprichwort lautet „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Dies ist gerade in den ersten Wochen der Schlüssel zum Ankommen und sich Einleben.

„Du“ oder „Sie“ – deutsche Höflichkeit

Mai 11, 2011 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland leben 1 Kommentar →

„Hi Klaus, ich bin Ernesto.“ könnte die falsche Ansprache sein, wenn Sie Ihrem Chef das erste Mal begegnen. Genau so könnte es Ihnen krumm genommen werden, wenn Sie Ihre neue Kollegin gleich mit „Helga“ und „Du“ ansprechen. Es wäre doch schade, gleich zu Beginn Störungen zu provozieren!

„Du“ oder „Sie“ –  auf die Form der Ansprache wird in Deutschland bis heute Wert gelegt.  „Sie“ hat eher förmlichen, höflichen Charakter. Es wird benutzt, wenn ein Kontakt noch neu ist oder der Kontext es gebietet.

    • Behörden- und  Arztbesuche,
    • das Einkaufen in Geschäften (außer vielleicht IKEA),
    • der Kontakt zu Schulen und Kindergärten,
    • zu Maklern und Vermietern

    Überall wird sich in Deutschland gesiezt. Auch in der beruflichen Beziehung zu Kunden oder Vorgesetzten steht das „Sie“ im Vordergrund.  Unter Kollegen ist es meist eine Frage der Teamzusammensetzung und -kultur und der einzelnen Vorlieben, ob das „Sie“ oder das „Du“ dominiert. Man ist immer erst einmal auf der sicheren Seite, wenn man neu irgendwo ankommt. Danach kann man in Ruhe beobachten, wie der Umgang miteinander gestaltet ist. Im Zweifel tut man gut daran, sich nach den Anredeformen einfach zu erkundigen.

Das „Du“ anbieten

Von anderen einfach geduzt zu werden, wird von vielen Menschen als Unhöflichkeit, mitunter sogar als Beleidigung empfunden.  Somit setzt das „Du“ voraus, dass es explizit angeboten wird. „Wollen wir uns duzen?“ ist ein kleiner formaler Akt, der bei mangelndem Feingefühl zu deutlichen Missstimmungen führen kann. Die Kenntnis einiger Grundregeln wird sich für den Anfang als hilfreich erweisen.

  • Es sollte immer der Ältere sein, der dem Jüngeren das „Du“ anbietet.
  • Im Umgang mit Kindern und Jugendlichen bietet der Erwachsene das „Du“ an.
  • Im Beruflichen ist es immer der hierarchisch Höhere, der zum Duzen einlädt.

Wird Im Geschäftsleben das „Du“ in der Regel mit einem Handschlag besiegelt, ist es in privaten Kreisen nicht unüblich, auf das „Du“ anzustoßen und es manchmal sogar mit einem Wangenkuss zu zelebrieren. Auch wenn das „Du“ nicht mit Freundschaft gleichzusetzen ist, wird deutlich, welche Bedeutung die Form der Anrede für viele Deutsche noch hat.

Chef und Mitarbeiter

Im Job sollte man darüber nachdenken, ob das „Du“ die Ansprache unangenehmer Themen oder Konflikte erschweren könnte. Nicht alle Menschen sind kommunikativ so professionell aufgestellt, dass ihnen beim „Du“ auch schwierige Botschaften fließend über die Lippen kommen. Das „Sie“ ermöglicht vielen eine bessere Grenzziehung, eine so genannte professionelle Distanz. Allgemein lässt sich sagen, dass in sozialen Berufen, im Handwerk, in der Werbung oder der IT-Branche das allgemeine „Du“ weitaus gängiger ist als zum Beispiel in Behörden, Banken oder Versicherungen. In internationalen Unternehmen, die in Deutschland Niederlassungen unterhalten, hört man manchmal eine Mischform, nämlich das Siezen unter Nutzung der Vornamen.

Nachbarn und Bekannte

Viele Menschen in Deutschland benötigen eine Anlaufzeit des Kennenlernens, bevor sie sich zum „Du“ bereit fühlen. Wenn Sie also Ihre neuen Nachbarn, die Eltern von Spielkameraden Ihrer Kinder oder sonstige nette Menschen kennen lernen, wählen Sie am besten zunächst die Sie-Form.  Je mehr Gemeinsamkeiten Sie im Laufe der Zeit entdecken werden, je mehr Sie sich zu erzählen haben, umso leichter fällt dann auch der Schritt zum „Du“. Aber mitunter braucht das Zeit. Seien Sie also nicht irritiert. Das „Du“ ist keine unbedingte Voraussetzung für die Entwicklung fruchtbarer, erfüllender Beziehungen. Es stellt sich irgendwann von allein ein, und wenn nicht, heißt das nicht, dass man Sie nicht mag.

Der Trend zum ungezwungenen Duzen breitet sich immer weiter aus. Nicht nur im Zuge webbasierter sozialer Netzwerke sondern auch im richtigen Leben wird der Umgang lockerer.  Mit Gelassenheit und guten Umgangsformen lassen sich zwischenmenschliche Beziehungen wunderbar aufbauen und pflegen.