typically german; – Anja Spohr, Belinda Villbrandt und Gastautoren

Unsere Plattform für internationale Fach- und Führungskräfte auf Deutschland-Einsatz entwickelt sich ständig weiter. Neben unterhaltsamen und hilfreichen Artikeln bieten wir die Möglichkeit zum aktiven Austausch.
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Cultural Awareness Workshop – Ahold Europe/Albert Heijn to go Germany

Dezember 03, 2013 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland arbeiten


Cultural Awareness WorkshopKulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden manchmal ignoriert, manchmal unterschätzt und manchmal überhaupt nicht bemerkt. Im Rahmen der Vorbereitungen zur Markteröffnung in Deutschland hat der Niederländische Einzelhandelskonzern Ahold Europe einen Kulturworkshop bei typically-german.com in Auftrag gegeben, um die in diesem Zusammenhang neu entstehenden Teams, bestehend aus Holländern und Deutschen, hinsichtlich kultureller Unterschiede zu sensibilisieren und von vorn herein Missverständnisse zu minimieren.

Der eintägige Workshop war geprägt von Praxisübungen und Aktivitäten. Der Fokus lag auf der gegenseitigen Wahrnehmung der beiden Kulturgruppen und der Reflexion auf die eigenen Verhaltensweisen. Vorurteile gegenüber der jeweils anderen Gruppe wurden ebenso angesprochen wie Punkte, die jeweils an den „Anderen“ geschätzt werden. Ergänzend wurde in Kooperation mit einem Niederländischen Beratungsunternehmen eine Präsentation zum Thema „ Live, work & learn in the DeUTCHLANDS“ gehalten.

Cultural Awareness WorkshopNeben der Ermittlung des „Most Typical German“ in einem humorigen Test (der erste Platz wurde von einem holländischen Gruppenmitglied belegt) wurde als Ergebnis eine „Cultural Awareness Card“ mit den Teilnehmern zusammengestellt, die nun jeden Workshopteilnehmer an diesen erfolgreichen und konstruktiven Tag erinnern wird. Die Basis für den Start einer zukunftsorientierten, länderübergreifenden Zusammenarbeit war gelegt.

Erfolge feiern – aber mit Bedacht!

Juli 26, 2013 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland arbeiten

Ein Geschäftspartner aus den Niederlanden sagte kürzlich zu mir, dass wir ja bezüglich des Projekts, das wir gerade gemeinsam bearbeiten, schon sehr viel erreicht hätten und dass wir das ja eigentlich schon mal feiern könnten. Wieso, sagte ich, wir sind doch noch lange nicht fertig und es liegt ja noch so Einiges vor uns. Unverständnis zeigte sich auf dem Gesicht meines Gesprächspartners. Das schöne deutsche Sprichwort „Erst die Arbeit und dann das Vergnügen“ scheint an Aktualität nichts eingebüßt zu haben. Fast sklavisch hängen wir Deutschen an den Arbeits-Plänen, die wir (oder auch andere) uns  auferlegt haben und arbeiten sie ab. Wenn es dann geschafft ist, ok, dann können wir auch mal Freude zeigen und einen drauf machen. Aber nicht zu heftig, bitte, und auf keinen Fall zu früh. Man weiß ja nie, ob da nicht spontan noch nachgearbeitet werden muss… Und ist dann das, was wir geleistet haben auch wirklich gut?

Zweckpessimismus oder fishing for compliments?

Wollen wir also mehr Lob, als uns zusteht, oder stellen wir unser Licht zu sehr unter den Scheffel? Oder sind wir einfach nur langweilig und bieder? Das Thema „proaktives Selbstmarketing“ gehört sicher nicht zu den herausragenden Eigenschaften, die man den Deutschen zuschreiben kann. Falsche Bescheidenheit? Oder trauen wir uns nur nicht, auch mal stolz zu sein auf das, was wir geleistet haben?  Objektiv gesehen, muss man ja zugeben, dass so richtige Feierlaune und die Begeisterung etwas wirklich Großes und Tolles auf die Beine gestellt zu haben, erst nach der Fußball WM 2006 über die Deutschen gekommen zu sein scheint, nachdem die Welt von einem „Deutschen Sommermärchen“ gesprochen hat. Da holten wir dann die Deutschlandfahnen heraus und konnten voller Stolz sagen: Ja, das ist unser Erfolg und wir feiern ihn! Und nun können wir sicher auch mit dem Erfolg leben, es bei der EM der Fußball-Damen schon bis ins Finale geschafft zu haben.

 

 

Make it in Germany

September 07, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten

Offensive der Bundesregierung

 

Während Deutschland in der globalen Finanzkrise noch relativ solide aufgestellt zu sein scheint, ist dies im Hinblick auf nachhaltige Nachwuchssicherung für die deutsche Wirtschaft bedauernswerterweise nicht der Fall. Laut Expertenaussagen könnte der Fachkräftemangel Deutschland sogar mehr schaden als die globale Finanzkrise. Mit einer breit angelegten Informations- und Werbeoffensive wollen nun Bundesregierung  und Bundesagentur für Arbeit  dafür sorgen, dass zunehmend qualifizierte Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland das Land bereichern.

Neue Willkommenskultur

Geworben wird aktiv mit den Internetplattformen www.fachkraefte-offensive.de und www.make-it-in-Germany.com. Hier werden Beratungs- und Unterstützungsangebote für Unternehmen und Fachkräfte gebündelt.
“Es lohnt sich, nach Deutschland zu kommen”, sagte Bundeswirtschaftsminister Philip Rösler und warb für eine neue “Willkommenskultur”. Nach seiner Einschätzung werden Fachkräftesicherung und Zuwanderung eine Daueraufgabe bleiben.

500.000 Stellen sind unbesetzt

 

Bis 2025 werden etwa drei Millionen Arbeitskräfte in Deutschland fehlen, so die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Schon heute seien insgesamt 500.000 offene Stellen gemeldet, die derzeit nicht besetzt werden könnten. Die tatsächliche Zahl dürfte sogar höher liegen. Gesucht werden Mathematiker, Ingenieure, Naturwissenschaftler, aber auch Schlosser, Schweißer und Pflegekräfte. Auf gute, fleißige Fachkräfte warten in Deutschland tolle und langfristige Perspektiven. Dazu ein wunderschönes Land mit viel Kultur – buntes, lebendiges Deutschland lädt zum Leben und Arbeiten ein!

Freie Fahrt für Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Juli 01, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten

Neuregelung der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Am 1. April ist in Deutschland das so genannte Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) in Kraft getreten. Menschen, die im Ausland eine Ausbildung gemacht oder auch studiert haben, haben seither ein Recht darauf, dass die Anerkennung ihres Abschlusses geprüft wird. Gehörten bislang Nationalität und Aufenthaltsstatus zu den Prüfkriterien, findet die Prüfung heute rein auf inhaltlicher Basis statt. Dies ist ein weiterer Schritt, mit dem die Bundesregierung dem in Deutschland voranschreitenden Fachkräftemangel begegnen will.

 

Chancen am deutschen Arbeitsmarkt erhöhen

Schätzungsweise 300.000 Menschen in Deutschland werden von dem neuen Gesetz profitieren. Sie können ihre im Heimatland erworbene Qualifikation auf auch in Deutschland anerkannte Füße stellen. Dies stellt für den Einzelnen einen wichtigen Schritt dar, um im hiesigen Arbeitsmarkt die eigenen Chancen weiter zu erhöhen, sowohl bei der Jobsuche als auch bei der angemessenen Vergütung der eigenen Leistungen.

 

Antragsteller verfügen über Berufsabschluss und wollen in Deutschland arbeiten

Die Überprüfung der Gleichwertigkeit erfolgt auf Basis festgelegter formaler Kriterien, wie zum Beispiel Inhalt und Dauer der Ausbildung. Einen Antrag nach dem BQFG kann stellen, wer über einen ausländischen Berufsabschluss verfügt und  beabsichtigt, eine Erwerbstätigkeit in Deutschland auszuüben. Keinen Zugang zum Verfahren finden ungelernte oder angelernte Personen, die über keinen Berufsabschluss aus einem anderen Staat verfügen.

 

Vergleich mit deutschen Referenzberufen

Im Mittelpunkt der Prüfverfahrens steht,  die ausländische Berufsqualifikation mit einem deutschen Referenzberuf zu vergleichen. Die zuständige Stelle prüft, ob wesentliche Unterschiede zwischen dem ausländischen Berufsabschluss und der deutschen beruflichen Qualifikation bestehen. Neben der Ausbildung kann auch die im In- oder Ausland erworbene Berufspraxis berücksichtigt werden.

 

Wichtig für die Antragsteller: Alle Angaben müssen mit Nachweisen belegt werden. Für weitere Informationen empfehlen wir

www.anerkennung-in-deutschland.de

Kaffeekultur in Deutschland

Juni 14, 2012 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland leben

Die Statistik lehrt, dass in Deutschland  86% der Erwachsenen mehrmals täglich oder wöchentlich Kaffee trinken. Mit jährlich ca. 150 l Kaffee pro Kopf konsumieren die Deutschen damit mehr davon als Wasser oder Bier. Umso erstaunlicher ist, dass, obwohl die Deutschen den Kaffee offensichtlich sehr schätzen, die Bereitschaft Neues auszuprobieren oder hier einmal  Qualität  vor Quantität zu stellen, relativ wenig verbreitet ist. Am liebsten trinkt der Deutsche nämlich immer noch den guten alten Filterkaffee, der so schön sauer ist, eine wunderbar transparente bräunliche Farbe hat und in erster Linie nach Papierfilter duftet. Filterkaffee gibt es schon seit 1908, als nämlich Melitta Benz („Melitta“ ist ein namenhafter Filtertütenhersteller) zum Filtern ihres Kaffees ein Löschblatt aus der Schultüte ihres Kindes benutzte. Eine lange Tradition also.

Cappuccino mit Milch oder mit Sahne?

In manchem Café in weiten Teilen Deutschlands hört der Gast auf die Frage „machen Sie den Cappuccino mit Sahne?“ die geradezu entrüstete  Antwort „Aber selbstverständlich!“, von daher ist es ratsam, diese Frage stets zu stellen, wenn man weiß, wie ein Cappuccino im Original zubereitet wird.

Auf der Terrasse nur Kännchen….

Ebenso weit verbreitet ist die Sitte, im Außenbereich mancher Cafés nur die „große Portion“ zu servieren – keiner weiß so wirklich, warum.

Man muss ja nun sicher nicht gleich die kompliziertesten Kaffeekompositionen der verschiedensten Kaffeehausketten wählen oder sich eine kostspielige Espressomaschine für daheim zulegen, um guten Kaffee zu genießen. Eine Gelegenheit, sich über Kaffee im Allgemeinen und im Besonderen zu informieren gibt es seit einigen Jahren am „Tag des Kaffees“. Dieses Jahr wird am 28. September 2012, veranstaltet durch den Deutschen Kaffeeverband e.V.,  erneut rund um die braune Bohne informiert. Mehr dazu finden Sie unter: http://www.tag-des-kaffees.de/index.html

Wer nicht so lange warten möchte, kann sich mit einem leckeren Rezept einstimmen:

Eiskaffee Alaska
An Zutaten benötigen Sie:
1/2 Liter kalten Kaffee, 1/2 Liter Vollmilch, 4 El Zucker, 1 Packung Vanille-Eis
Zubereitung: Die Vollmilch mit einem Rührgerät unter den Kaffee rühren. Das Vanille-Eis dazugeben und für ca. 15 Min. im Kühlschrank kalt stellen. Dann in große Gläser füllen und kalt servieren.

Die Bluecard für Deutschland

Juni 12, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten

Leichtere Zuwanderung für Hochqualifizierte - die Bluecard soll Fachkräften Deutschland schmackhaft machen

Gut ausgebildeten ausländischen Fachkräften wird der Zugang nach Deutschland leichter gemacht. Der Bundestag verabschiedete ein Gesetz zur Einführung der sogenannten Blue Card, einer vereinfachten Arbeitsgenehmigung. Damit soll die Hochqualifizierten-Richtlinie der Europäischen Union umgesetzt werden.

Absenkung der Gehaltsschwelle

Die “Blaue Karte EU” sollen Fachleute aus Drittstaaten außerhalb der EU bekommen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Hierzu gehören ein Hochschulabschluss und ein Arbeitsvertrag mit einem Jahresgehalt von mindestens 44.800 Euro. Das sind gut 20.000 Euro weniger als bisher. Für eine so genannte Niederlassungserlaubnis mussten Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Staaten bislang mindestens 66.000 Euro pro Jahr verdienen. Bei besonders nachgefragten Qualifikationen, z.B. Ingenieueren, Mathematikern, Ärzten und IT-Fachkräften liegt die Gehaltsschwelle sogar nur bei  knapp 35.000 Euro.

Nach drei Jahren Daueraufenthaltsrecht

Inhaber der BlueCard sollen nach drei Jahren ein Daueraufenthaltsrecht für sich und ihre Familie erhalten, wenn sie auch dann noch einen entsprechenden Arbeitsvertrag haben. Bei Nachweis guter deutscher Sprachkenntnisse wird die Niederlassungserlaubnis bereits nach zwei Jahren erteilt.

 

Berufsausbildung in Deutschland

Mai 07, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland arbeiten

Internationale Ausbildungsoffensive

Das Emsland ist ein kleiner Landkreis in Niedersachsen/Deutschland, bodenständig  und wirtschaftlich gesehen vom soliden Mittelstand geprägt. Umso mehr blickt man auf, wenn gerade hier ein Pilotprojekt „Internationale Ausbildungsoffensive“ aufgelegt wird.  Ein großer Landmaschinenbauer und kleinere Handwerksbetriebe bilden ab Sommer 2012 junge Leute aus Spanien aus, weil der deutsche Nachwuchs fehlt. Sprachkurs und vorgeschaltetes Praktikum zur Orientierung inbegriffen. Die Chancen junger, motivierter Menschen ohne deutschen Pass auf eine grundsolide deutsche Berufsausbildung werden steigen.

Duale Ausbildung

Die in Deutschland vorherrschende  duale Ausbildung bildet einen sehr guten Einstieg ins Berufsleben. Einerseits findet man im deutschen Ausbildungssystem eine verlässliche Organisation und kontinuierlich überprüfte Qualität vor. Andererseits  bietet es dem Einzelnen zahlreiche Berufsmöglichkeiten in fast allen denkbaren Branchen und Sparten. Egal, ob man sich für eine Ausbildung zum Friseur, zum Elektromonteur, zum Bank- oder Industiekaufmann entscheidet,  die Berufsausbildung legt viel Wert auf eine ausgewogene Kombination aus Theorie und Praxis.

Regelmäßiges Engagement und Zuverlässigkeit vorausgesetzt

Hierfür vermittelt der Ausbildungsbetrieb fachlich-praxisorientierte Kenntnisse, die entweder wöchentlich oder in Ausbildungsblöcken  stattfindende Berufsschule darüber hinausgehende Fertigkeiten. Um in Deutschland zur Ausbildungsprüfung vor der Handwerks- oder Handelskammer zugelassen zu werden, muss ein Auszubildender seine Aktivitäten in einem durch die Ausbilder zu quittierenden Berichtsheft nachhalten. Die duale Berufsausbildung – will sie erfolgreich absolviert werden – erfordert somit regelmäßiges Engagement und Zuverlässigkeit. Sie bildet eine sehr gute Vorbereitung auf das folgende Berufsleben. Die Mischform aus Theorie und Praxis macht die Auszubildenden später zu wertvollen Arbeitnehmern. Es ist erwiesen: hiervon werden wir in Deutschland in Zukunft viele neue brauchen.

Das vorbildliche und vorausschauende Beispiel aus dem Emsland sollte somit ein Exempel statuieren.

 

 

Die D-Mark

April 24, 2012 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland leben

Währungsfragen: “DM“ – die Deutschmark

Eurorettungsfonds und die Stabilisierung der Märkte sind als Stichworte in aller Munde. Als vor weit über 10 Jahren  der Euro die Deutschmark als Währung in Deutschland ablöste, hätte sich die Mehrheit der Deutschen nichts Schöneres vorstellen können, als ihre gute alte Währung zu behalten. Weniger aus fiskalpolitischen denn aus romantischen Gründen. Denn irgendwie haben wir alle an ihr gehangen. Für die Älteren hatte sie Bedeutung als Sinnbild des Wirtschaftswunders in Deutschland und auch für die Jüngeren war es beim Reisen in ferne Länder immer herrlich, die DM in die jeweilige Landeswährung umzutauschen.  Für die so genannten Ostdeutschen (weniger förmlich: “Ossis”) schaffte die Westmark über viele Jahrzehnte Privilegien. Die so genannten Westdeutschen (“Wessis”) waren stolz auf ihre DM. Gerade auf Urlaubsreisen war man schließlich wer, die DM symbolisierte auch im Ausland deutsche Wertarbeit.

Zahlungsmittel oder Identifikationsobjekt?

Natürlich erfüllt der Euro den gleichen Zweck wie die Deutschmark. Aber die Identifikationsintensität ist eine völlig andere.  Liebevoll nannten wir die 5-DM-Stücke „Heiermann“ und 1-Pfenning-Münzen wurden jahrelang gesammelt, in Papier gerollt und auf das erste eigene Sparbuch eingezahlt. Die alte Währung schlummert noch in unbekannter Summe in deutschen Haushalten, Scheine und Münzen werden wie Heiligtümer verwahrt und als Andenken geehrt.

Was wäre wenn…..?

Würden wir im unwahrscheinlichen Fall einer Rückkehr zur Deutschmark den Euro genauso vermissen? Etwa die 10- und 20-Cent Münzen, die wir im Portemonnaie immer noch nicht auseinanderhalten können, heimlich behalten? Vermutlich würden wir erneut bei Umrechnungen jahrelang zwei Werte miteinander vergleichen und höchst erschrocken sein darüber, wie hoch die zu zahlenden Summen auf einmal wären. Aber das wird ja nicht passieren.

Deutschland – Paradies für Autofahrer?

April 05, 2012 Von: Belinda Villbrandt Kategorie: In Deutschland leben

Auf den ersten Blick erstrahlt Deutschland als das Autoland schlechthin: Volkswagen, BMW, Mercedes, Porsche, Audi – die Augen beginnen zu leuchten. Da liegt es nah, dass gerade in Deutschland viel Wert auf ein gut funktionierendes Straßennetz gelegt wird. Es ist nicht zuviel behauptet, dass die deutschen Straßen mit zu den qualitativ besten weltweit zählen. Was Deutschland aber fast einzigartig macht: auf den Autobahnen gibt es keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung. Auf immer noch weiten Strecken ruft die Freiheit, die unter der Haube befindlichen PS hemmungslos auszufahren.

Hohes Verkehrsaufkommen bedeutet Stress

Doch keine Freiheit ohne Folgen. Gleichzeitig besitzt statistisch gesehen jeder zweite Deutsche – Kinder mit eingerechnet  – ein Auto. Staus gehören mittlerweile zum gängigen Straßenbild. Entspannung ist nicht in Sicht. Das macht auf Autobahnen die Lust auf Schnelligkeit mitunter zum Frust. Erhöhtes Tempo sorgt darüber hinaus für Gefahr. Kommt man aus Nachbarländern wie den Niederlanden oder Frankreich nach Deutschland, spürt man deutlich Hektik und Drängeln auf den Autobahnen. Höhere Vorsicht ist geboten, erhöhter Fahrspaß also? Für manchen eher erhöhter Fahrstress.

Wen man unterwegs treffen kann

Typische Klischees sollen nicht unerwähnt bleiben: den Familienvater mit Kombi und „Baby an Bord“-Aufkleber und passiv-verhaltener Fahrweise trifft man ebenso wie den autoverliebten „Schrauber“ mit tiefer gelegtem Wagen und Techno-Bässen. Verfolgt wird letzterer auf der linken Spur mit Lichthupe (Verboten!) vom gesettelten Fahrer mit gr0ßem Audi oder Mercedes. Dem ist es nämlich unverständlich, wie diese Jungspunde „seine“ linke Spur besetzen können. Kopfschüttelnd verfolgt dieses Gerase die Fahranfängerin im älteren Gebrauchtwagen japanischer Herkunft, die sich endlich ein Herz fasst, den vor ihr befindlichen LKW zu überholen. Täglich ist viel los auf Deutschlands Straßen. Paradies geht anders!

 

Dienstag ist Bürotag – Rituale im Deutschen Arbeitsalltag

März 17, 2012 Von: Anja Spohr Kategorie: In Deutschland arbeiten

Im Arbeitsalltag in den Büros in Deutschland gibt es eine Fülle von Ritualen. Manche haben eine Geschichte und sind mit einer Handlung verbunden, andere sind ein ungeschriebenes Gesetz und werden schon gar nicht mehr erwähnt. Kürzlich hörte ich von einem Belgischen Kollegen, der einige Jahre in Deutschland  gearbeitet hat, dass es ihm schier unmöglich war, am Dienstag mit seinen Teammitgliedern im Außendienst die Standorte in deren Bezirk zu besuchen. Denn: Dienstag war Bürotag. Und das schon immer. Das hieß, dass keine Macht der Welt die Kolleginnen und Kollegen nach draußen locken konnte. Man musste schließlich ja auch mal den ganzen Kram, der sich so in der Woche ansammelt, bearbeiten. Da konnte draußen auch“ die Hütte brennen“, das war dann vollkommen egal.

 

“Mahlzeit!”

In Produktionsstandorten beginnt man mit dem mittäglichen Gruß „Mahlzeit“ bereits ab ca. 11 Uhr. Er läutet die Vorbereitung auf die Mittagspause ein und wird bis in die Nachmittagsstunden verwendet. Es kann allerdings auch vorkommen, dass Kollegen, die morgens etwas später als normal zur Arbeit erscheinen, mit dieser Begrüßung erfreut werden.

„Neun bis fünf“

Es ist schwer zu sagen, ob diese Regel der Vergangenheit angehört oder nicht. Glaubt man den Europäischen Statistiken, gehören die Deutschen zur Spitzengruppe in Sachen Überstunden: im Jahr 2011 sollen es insgesamt 2,5 Milliarden gewesen sein. So etwas klappt natürlich nicht, wenn man strikt von 9 – 17 Uhr arbeitet. In manchen Branchen ist aber sicher aus „von neun bis fünf“ ein „von sieben bis drei“ geworden. Vor allem an Freitagen.

“Feierabend!”

Was für ein schönes Wort.. Und manch einer sieht den Feierabend schon am frühen Nachmittag kommen. Der Feierabend ist vielen Arbeitnehmern in Deutschland heilig und auch deshalb wünscht man ihn sich und anderen besonders schön.

Sicher ist gerade im Exportweltmeisterland vieles im Umbruch, dennoch treffen wir diese Art von Prinzipien häufig im Alltag an…